10 der einen Hand ein voͤllig verſchleiertes Frauenzim⸗ mer, in der anderen einen Feldherrnſtab hielt. Beide Geſtalten waren belebt und ſchienen nur ſechs Fuß weit von ihm zu ſtehn.
„Waͤre es nicht der Dame wegen,“ ſagte Ever⸗ ard,„ſo duͤrftet Ihr mich nicht ſo auf Tod und Le⸗ ben fordern.“
„Schone uns nicht,“ erwiederte dieſelbe Stimme, „ſondern thne das Schlimmſte! Ich ſpotte Deiuer!“ „Wiederhole Deine Herausforderung, wann ich drei gezaͤhlt habe,“ ſagte Everard,„und empfange dann den Lohn Deiner Frechheit. Eins— ich habe den Hahn der Piſtole geſpannt— Zwei— ich verfehle nie mein Ziel, Bei allem was heilig iſt, ich feuere, wenn Ihr nicht geht. Wenn ich die naͤchſte Zahl ausſpreche, ſo ſchieße ich Dich auf dem Platze todt. Ich vergieße un⸗ gern Blut— ich will es Euch noch moͤglich machen, zu entfliehn— eins— zwei drei.
Everard zielte nach dem Herzen, und feuerte ſeine Piſtole los. Die Geſtalt winkte zornig mit der Hand; ein lautes Gelaͤchter erfolgte, und das Licht, das nach und nach ſchwaͤcher ward, tanzte und flimmerte um die Erſcheinung des alten Ritters umher, und ver⸗ ſchwand. Dem Everard ſtroͤmte das Blut kalt zum Herzen.„Waͤre er aus menſchlichem Stoffe geweſen,“ dachte er,„ſo haͤtte ihn die Kugel durchbohren muͤſ⸗ ſen— und ich beſitze weder die Macht noch die Luſt mit uͤbernatuͤrlichen Weſen zu kaͤmpfen.“


