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Nun ward aber ſeine Beklemmung ſo groß, daß er faſt krank niederfiel. Er ſchlich an's Camin, und warf auf die noch glimmende Aſche eine Handvoll trockner Spaͤne. Es loderte ſogleich auf, und gewaͤhrte ihm Licht, das Zimmer nach jeder Richtung hin zu be⸗ trachten. Er ſchaute vorſichtig, ja faſt aͤngſtlich um⸗ her, und erwartete faſt ein graͤuliches Luftgebilde zu erſchanen. Aber er ſah nichts als die alten Moͤbel, den Schreibepult, und noch andere Dinge, welche noch in demſelben Zuſtande waren, wie bei Sir Henry Lee's Abreiſe. Er fuͤhlte ein unwiderſtehliches, jedoch mit Scheu vermiſchtes Verlangen, das Bild des al⸗ ten Ritters zu betrachten, dem die Geſtalt ſo aͤhnlich ſah. Er ſchwankte zwiſchen den widerſtrebenden Ge⸗ fuͤhlen, ergriff aber endlich, mit verzweifeltem Ent⸗ ſchluß die Kerze, die er ausgeloͤſcht hatte, und zuͤn⸗ dete ſie an, ehe das Fkackern der Spaͤne verloſch. Er hielt ſie gegen das alte Gemaͤhlde des Victor Lee, und betrachtete es mit geſpannter, aber keineswegs furcht⸗ loſer Neugier. Faſt kehrte die kindiſche Furcht ſeiner Knabenjahre zuruͤck; denn es ſchien ihm, als ob das ſtrenge, bleiche Auge des alten Ritters ihn verfolge, und mit ſeinem Unwillen bedrohe. Und obgleich er ſich ſelbſt den thoͤrigten Glauben auszureden ſuchte, ſo druͤckten ſich doch die vermiſchten Gefuͤhle ſeines Gemuͤths in den Worten aus, welche halb an das alte Gemaͤhlde gerichtet zu ſeyn ſchienen.
„Geiſt des Ahnen meiner Mutter,“ ſagte er,


