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„Wir haben deren ſchon genug“ ſagte Desborough; „ich zum Beiſpiel kam hieher, um dem Staate, freilich mit einigem maͤßigen Nutzen fuͤr meine Muͤhe, zu die⸗ nen: aber wenn ich heute Nacht wieder, wie in der ver⸗ gangenen, auf den Kopf geſtellt werde, ſo moͤchte ich nicht um eine Koͤnigskrone laͤnger verweilen, denn ich bin uͤberzeugt, daß mein Nacken ihr Gewicht nicht tra⸗ gen koͤnnte.“
„Gute Nacht,“ rief Everard aus und wollte eben gehen, als Blet on ſich dicht an ſeine Seite draͤngte, und ihm zufluͤſterte:„hoͤre Oberſt, Du kennſt meine Freundſchaft zu Dir— ich bitte Dich um Alles, die Thuͤre Deines Zimmers offen zu laſſen, damit Du rufen kannſt, wenn Dir etwas begegnet, wo ich im Augenblick bei Dir ſeyn werde. Thue es, theuerſter Everard, denn ſonſt wird mich meine Furcht fuͤr Dich nicht ſchla⸗ fen laſſen, denn ich weiß, daß Du, ungeachtet Deines vortrefflichen Geiſtes, doch einige jener aberglaͤubiſchen Ideen hegſt, welche wir mit der Muttermilch einſau⸗ gen, und die der Hauprgrund unſerer Furcht bei einer Gelegenheit, wie die gegenwaͤrtige, iſt. Darum laß alſo, wenn Du mich lieb haſt, Deine Thuͤre offen, damit ich Dir im Nothfall ſchnell zu Hulfe eilen kann.“
„Mein Herr vertraut zuerſt auf ſeine Bibel,“ ſagte Wildrake,„und dann auf ſein gutes Schwerdt. Er glaubt nicht, daß man den Teufel dadurch verbannen kann, daß zwei in einem Zimmer ſchlafen, und noch weniger, daß der boͤſe Feind gar nicht exiſtire, weil Atheiſten der Rota ihn laͤugnen.“ 8
Everard ergriff ſeinen unvorſichtigen Fraund am Kragen, zog ihn noch wahrend er ſprach fort, und hielt ihn feſt, bis ſie in das Zimmer des Wirtor Lee kamen, wo ſie bei einer fruͤheren Gelegenheit geſchlafen hatten. Selbſt da hielt er den Wildrake noch feſt, bis der Die⸗
ner die Lichter hingeſtellt und das Zimmer verlaſſen
hatte. Dann ließ er ihn los, und machte ihm die W. Scotts Werke. XI.. 10


