Teil eines Werkes 
11. Band, Woodstock oder der Ritter : eine Erzählung aus dem Jahre sechszehn hundert ein und fünfzig : 2. Theil (1826) Woodstock or The Cavalier
Entstehung
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Ich habe eine ſonderbare Phantaſie, Freund Everard, antwortete Harriſon;und wenn ich al⸗ lein ſpazieren gehe und zufaͤllig, wie eben jetzt, mein Schwerdt gezogen habe, ſo verſuche ich manchmal, der Uebung wegen, einige Hiebe gegen einen Baum oder dergleichen Es iſt ein tidrichter Stolz, den man im Gebrauch der Waffen findet. Ich wurde vor meiner Wiedergeburt fuͤr einen Meiſter in der Fecht⸗ kunſt gehalten, und gewann mir manchen Preis da⸗ durch, ehe ich in das erſte Reiterregiment unſeres ſiegreichen Feldherrn trat.

Doch ſchien es mir, ſagte Everard,als hoͤrte ich ein Schwerdt gegen das Ihrige klirren?

Was? ein Schwerdt gegen das meinige klir⸗ ren? Wie waͤre das moͤglich, Tomkins? 3

Wahrlich, Herr, ſagte Tomkins,es muß ein Aſt eines Baumes geweſen ſeyn; ſie haben hier Bäͤume von allen Arten, und Ew. Gnaden haben wahrſcheinlich einen getroffen, den die Brafilia⸗ ner das Eiſenholz nennen, der, wenn man mit dem Hammer dagegen ſchlaͤgt(ſagt Purchas in ſeiner Rei⸗ ſebeſchreibung) wie ein Ambos klingt.*)

Wahrhaftig, das kann wohl ſeyn, ſagte Har⸗ riſon,denn die verblichenen Herrſcher ſammelten gar oiele auslaͤndiſche Bzume und Pflanzen in den Wohnungen ihres Vergnuͤgens, obgleich ſie die Fruͤchte des Baumes nicht ſammelten, welcher zwoͤlf Arten von Fruͤchten traͤgt, und von den Blaͤttern, welche die Heilung der Voͤlker bewirken.

Everard fuhr mit ſeinem Ausfragen fort; denn

*) Wahrſcheinlich meint hier Tomkins den Syderoxylon iner- me, welcher jedoch häufiger am Vorgebirge der guten Hoffnung wächst, und durch ſeine ſpecifiſche Schwere be⸗ kannt iſt. Doch kann es auch der Verbena triphylla(Ei⸗ ſenhart) ſeyn, welcher in Sudamerika zu Hauſe iſt.

1 Anmerk. d. Ueberſ.