Teil eines Werkes 
11. Band, Woodstock oder der Ritter : eine Erzählung aus dem Jahre sechszehn hundert ein und fünfzig : 2. Theil (1826) Woodstock or The Cavalier
Entstehung
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127 den. Bei dieſer Gelegenheit nahm er alſp den Schein einer vollkommenen Ruhe und Gelgſſenheit an, tuotz der heftigen Bewegung, welche er eben gezeigt hatte, ſo daß man deutlich ſehen konnte, wie aͤngſtlich er

ſeine wahren Gefuͤhle vor Everard verberge, von dem

er nicht glaubte, daß er ſie theilen wuͤrde.

Er gruͤßte den Oberſt mit tiefer Ceremonie⸗ und ſprach von dem ſchoͤnen Abend, welcher ihn aus dem Jaͤgerhaus gelockt habe, um einen Spaziergang in den Park zu machen und dgs guͤnſtige Wetter zu ge⸗ nießen, Dann nahm er Everard am Arme, und ſpa⸗ zierte mit ihm dem Jaͤgerhauſe zu. Wildrake und Tomkins folgten gleich hinter ihnen und führten die Pferde. Everard, der uüber dieſe geheimnißvolle Sa⸗ che Licht zu haben wünſchte, verſuchte es mehr als einmal, fragweiſe auf den Gegenſtand zuruͤckzukom⸗ men. Doch Harriſon wich immer ziemlich gewandt. aus, oder wandte ſich an ſeinen Kammerdiener Tym⸗ kins, der bei folchen Gelegenheiten immer aushelfen mußte, woher ihm auch Bletſon den Spottnamen Crug beilegte.

Und warum hatten Sie Ihr Schwerdt gezogen, mein wärdiger General, ſagte Everard,wenn Sie bloß zu Ihrem Vergnügen einen Abendſpaziergang machen wollten?

Wahrlich, mein wuͤrdiger Oberſt, wir leben in einer Zeit, wo man mit gegürteten Lenden, mit bren⸗ nender Lampe, und mit gezogenem Schwerdte auf ſeiner Hut ſeyn muß. Sie moͤgen es mir nun glau⸗

ben ader nicht, der Tag nahet ſich, wo man ſie huͤ⸗

ten muß, nicht nackt und unbewaffnet zu erſcheinen, wenn die ſieben Trompeten erſchallen werden: den Fuß in den Steigbüͤgel; und die Pfeifen von Jezer rufen: auf's Pferd und fort. b Ganz wahr, mein guter Genergl; aber es kam mir vor, als machten Sie eben eine Finte, wie wenn Sie fechten wollten, ſagte Everard. 1