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er war uͤberraſcht von der Weiſe, mit welcher Har⸗ riſon ſeinen Fragen auswich, und von der Gewandt⸗ heit, mit welcher er ſeine ſchwaͤrmeriſchen Bemerkun⸗ gen, wie einen Schleier uͤber die finſteren Erſcheinun⸗ gen warf, welche ſeine Gewiſſensbiſſe und das Be⸗ wußtſeyn ſeiner Schuld ihm vorſpirgelten.
„Aber,“ ſagte der Oberſt,„wenn ich meinen Au⸗ gen und meinen Ohren trauen darf, ſo muß ich im⸗ mer noch glauben, daß Sie einen leibhaftigen Geg⸗ ner hatten.— Ja, ich ſah ſelbſt einen Burſchen in einer ſchwarzen Jacke durch das Gehoͤlze ſchleichen.“
„Sahen Sie ihn?“ ſagte Harriſon anſcheinend erſtaunt, obgleich ſeine Stimme ſtockte,„wer konnte das geweſen ſeyn?— Tomkins, ſahſt du den Bur⸗ ſchen, von dem der Oberſt Everard ſprach, mit dem Tuche in der Hand— dem blutigen Duche, das er immer gegen ſeine Seite drückt?“.
Dieſer Ausdruck, in welchem Harriſon ein von Everard nicht gegebenes Zeichen wiederholte, das aber mit der Beſchreibung uͤbereinſtimmte, welche Tom⸗ kins von dem Geſpenſt gemacht hatte, beſtaͤtigte in
Everards Anſicht die Erzaͤhlung des Beamten mehr
als alles Uebrige. Doch dieſer beantwortete die Frage mit ſeiner gewoͤhnlichen Gewandtheit, daß er guch ſolch einen Burſchen in den Wald hinein habe lau⸗ fen ſehen— aber er hielte ihn fuͤr einen Wilddieb, enn er habe gehoͤrt, daß ſie ſehr kuͤhn geworden eyen. 3
„Sehen Sie nun, Herr Ev rard,“ ſagte Harri⸗ ſon, der von der Sache wegkommen wollte,—„iſt es nun nicht Zeit, unſere Zwiſtigkeiten zu beſeitigen, und uns gegenſeitig die Haͤnde zu bieten, um die Breſchen unſeres Zions wieder auszubeſſern? Gluͤck⸗ lich und zufrieden waͤre ich, koͤnnte ich bei dieſer Ge⸗ legenheit den Moͤrtel miſchen, oder den Kuͤbel tra⸗ gen, unter unſerm großen Feldherrn, den die Vor⸗ ſehung in dieſem Volksſtreite aufſtehen ließ. Wahr⸗


