Teil eines Werkes 
11. Band, Woodstock oder der Ritter : eine Erzählung aus dem Jahre sechszehn hundert ein und fünfzig : 2. Theil (1826) Woodstock or The Cavalier
Entstehung
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ihre Wangen, ihre Finger zitterten, als ſie die Blaͤt⸗ ter ihres Gebetbuches umwandte, und ihre Stimme, welche eben noch feſt und wohltoͤnend war, verſagte ihr, als ſte die Reſponſen wiederholte. Es kam dem Everard vor, als habe ſich der Charakter ihrer Schoͤn⸗ heit ſowohl, als der ihrer außern Geſtalt mit ihrem Gluͤckszuſtande veraͤndert.

Die ſchoͤne, adeliche, junge Dame naͤherte ſich nun in ihrer Kleidung, einem gewoͤhnlichen Land⸗ maͤdchen; aber was ſie an Froͤhlichkeit des Anſehens verloren hatte, hatte ſte, wie es ſchien, an Wuͤrde gewonnen. Ihre ſchoͤnen blonden Zoͤpfe waren um ihren Kopf gewunden, und die natuͤrlich herabfallen⸗ den Locken verliehen ihr das einfache Anſehen, wel⸗ ches ihr fehlte, als ihr Kopfputz die Fertigkeit einer geſchickten Haarkünſtlerin zeigte. Ein leichter froͤhli⸗ cher Zug, welcher faſt etwas humoriſtiſches ver⸗ rieth, und das Vergnuͤgen zu ſuchen ſchien, war den Spuren des Kummers gewichen, und eine ru⸗ hige Schwermuth, welche es fuͤr ihren Beruf hielt, Andere zu troͤſten, nahm ſeine Stelle ein. Vielleicht hatte ſich ihr Geliebter jenes ſcherzhaften, obgleich un⸗ ſchuldigen Zuges erinnert, als er glaubte, Alexis habe bei den Beunruhigungen im Jaͤgerhauſe eine Rolle geſpielt. Nun aber ſchaͤmte er ſich ſeines Ver⸗ dachtes, und war geneigter zu glauben, der Teufel habe ihre Stimme nachgeahmt, als daß ein Weſen, das ſo ſehr uͤber die Gefuͤhle dieſer Welt erhaben war, und deſſen Reinheit ſich eher der kuͤnſtigen nah⸗ te, ſo undelikat geweſen ſeyn ſollte, ſich in Umtriebe gegen ihn und gegen Andere einzulaſſen.

Dieſe Gedanken durchkreuzten ſeinen Geiſt trotz dem, daß es unpaſſend war, ſie in dieſem Augen blicke zu naͤhren. Der Gottesdienſt nahete ſich nun ſeinem Ende, und wie war Oberſt Everard erſtaunt und verwirrt, als der dienſtthuende Prieſter mit fe⸗ ſter vernehmlicher Stimme und mit der hoͤchſten Wuͤr⸗ de den Allmaͤchtigen anflehte, zu ſegnen und zu er⸗