. 114. des alten Kriegers ihn immer anzuſchauen ſchien, wo⸗
hin er ſich auch ſtellen mochte, und wie ſehr ſeine kind⸗
liche Einbildungskraft von dieſer außerordentlichen Er⸗ ſcheinung beunruhigt wurde, für die er keinen Grund
anzugeben wußte.
Damit verbanden ſich tauſend theure und wärmere Rückerinnerungen an ſeine frühe Liebe zu ſeiner ſchönen Baſe Alexis, wenn er an jenen Stunden Theil nahm, ihr Waſſer für ihre Blumen brachte, oder ſie bei ih⸗
rem Geſang accompagnirte. Er erinnerte ſich noch, daß ſie einſt ihr Vater mit gutmüthigem ſorgloſem Lä⸗
cheln betrachtet, und halblaut für ſich geſprochen hatte: „Wenn es ſo geht, ſo möchte es wohl für Beide das Beſte ſeyn,“ und wie viel glückliche Träume er darauf gebaut hatte. Aber die Poſaune des Kriegs, welche den Sir Henry Lee und ihn zu entgegengeſetzten Seiten rief, hatte alle dieſe Hoffnungen zerriſſen, und die Unterredung deſſelben Tages hatte gezeigt, daß ſelbſt Everards Glück als Soldat und Staatsmann ihm den
Weg zu ſeinen Hoffnungen gänzlich abſchnitt.
Jocolin erweckte ihn aus ſeinen unfreundlichen Träumereien, und wünſchte ſeine Befehle zu erhalten.
„Wollen Sie etwas eſſen?—„Nein.“
„Wollen Ew. Gnaden das Bette des SirHenry
annehmen, das ſchon bereit ſtand?“—„Ja.⸗„Soll das der Fräulein Alexis Lee für den Secretär einge⸗
richtet werden?“—
„Wennm Dir Deine Ohren lieb ſind— nein,“ er⸗ wiederte Everard. 8
„Wo ſoll denn der ehrenwerthe Secretär hinlogirt werden?“
„Meinetwegen ins Hundehaus,“ erwiederte der
Oberſt Everard,„aber,“ fügte er hinzu, indem er ſich dem Schlafzimmer der Alexis näherte, das eine Thüre mit dem Wohnzimmer berband, es zuſchloß, und den Schlüſſel zu ſich ſteckte;„Niemand ſoll dieſes Zimmer entweihen.“
Haben Ew. Gnaden noch etwas für dieſe Nacht zu befehlen?“


