Teil eines Werkes 
10. Band, Woodstock oder der Ritter : eine Erzählung aus dem Jahre sechszehn hundert ein und fünfzig : 1. Theil (1826) Woodstock or The Cavalier
Entstehung
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nicht der Gefährlichſte. Einem Manne muß nun ein⸗ mal die Macht übertragen werden, die allgemeine Ruhe und Sicherheit aufrecht zu erhalten, und wer beſitzt dieſe Ma⸗t, wer kann nur darnach ſtreben, ſie zu be⸗ ſitzen, wie der Feldherr an der Spitze der ſiegreichen Armeen Englands? Dreffe uns auch in zukünftigen Zeiten was da wolle, der Friede und die Wiederher⸗ ſtellung der Geſetze iſt das erſte, dringendſte Beduͤrfniß. Dieſes Schatten⸗Parlament kann ſich nicht durch die bloße Zuſtimmung der oͤffentlichen Meinung gegen die Armee ſtemmen. Wenn es ihre Abſicht iſt, den Stand der Armee zu verringern, ſo müſſen ſie das Schwerd ziehn, und nur ſchon zu lange wurde das Land mit

Blut getränkt. Aber Cromwell kann eine gemäßigte Uebereinkunft mit Ihnen treffen,(und hoffentlich wird

ers auch thun) ſo daß der Frieden erhalten wird, und darauf müſſen wir hinarbeiten, zum Wohle des Reichs und, leider auch um unſeren eigenſinnigen Verwandten vor den Folgen ſeiner wohlgemeinten aber lächerlichen Hartnäckigkeit zu ſchützen.

Indem er mit ſolchen Gründen ſeine inneren wi⸗ derſtrebenden Gefühle beſchwichtigte, verharrte Everard auf ſeinem Entſchluß, ſich bei dem ſichtbar herannahen⸗

den Kampfe der bürgerlichen und militäriſchen Behörde

mit Cromwell zu vereinigen. Er würde es freilich nicht gethan haben, wenn er ganz frei nach ſeinen Anſichten hätte handeln können, und nicht von den beiden Ex⸗ tremen, das eine oder das andere hätte ergreifen müſſen. Er zitterte, wenn er bedachte, daß ſein Vater, obgleich er bisher in Cromwelln den großen Mann bewunderte, doch vielleicht nicht geneigt ſeyn möchte, ſich mit dem General gegen das lange Parlament zu vereinigen, von welchem er ſelbſt, Krankheitsfälle ausgenommen, ein thätiges, einflußreiches Mitglied war. So gut es ging, mußte er alſo auch dieſen Zweifel unterdrücken oder erſticken, und ſich damit tröſten, daß es unmög⸗ lich ſey, daß ſein Vater die Sache von einer anderen Seite betrachte als er.