Teil eines Werkes 
10. Band, Woodstock oder der Ritter : eine Erzählung aus dem Jahre sechszehn hundert ein und fünfzig : 1. Theil (1826) Woodstock or The Cavalier
Entstehung
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um die Kirche herum, herausgeriſſen aus ihren Ni⸗ ſchen. Der Herbſtwind heulte in den offenen Kreuz⸗ gaͤngen; einzelne Stuͤcke von Pfaͤhlen, zuruͤckgelaſſe⸗ nes Stallgeraͤthe, und ganze Buͤndel Heu und zer⸗ tretenes Stroh verriethen, daß die heiligen Hallen noch vor Kurzem einem Reiterhaufen zur Lagerſtaͤtte ge⸗ dient hatten.

Auch von der Gemeinde war, wie von dem Ge⸗ baͤude der Glanz gewichen. Da ſah man keinen der alten Kirchengaͤnger mehr in den ausgeſchnitzten Gal⸗ lerien, die Haͤnde betend da zum Himmel erheben, wo ſeine Vaͤter es gethan. Umſonſt ſuchte das Auge des Gutsbeſitzers und des Bauern, die ehrfurchtein⸗ loͤßende Geſtalt des Sir Henry Lee von Ditchley; nicht mehr trat er einher in ſeinem geſtickten Mantel, Kne⸗ bel⸗ und Backenbart wohl geſtriegelt und geordnet, feierlich dahin herſchreitend, beg eitet von ſeinem treuen Jagdgefaͤhrten, der, weil er in fruͤherer Zeit ſeinen Herrn durch ſeine Treue gerettet hatte, die Er⸗ laubniß erlangte, ihn regelmaͤßig zur Kirche zu be⸗ gleiten, und ſich gewoͤhnlich ſo anſtaͤndig wie nur ir⸗ gend Einer von der Gemeinde betrug, auch vielleicht eben ſo erbaut wieder nach Hauſe ging, wie ein großer Theil der Zuhoͤrer. Verſchwunden waren die ſchoͤn geputzten Cavaliere, wehklagend konnte man mit ei⸗ nem alten Cronikenſchreiber der damaligen Zeit, deſ⸗ ſen Manuſcript wir entraͤthſelt haben, ausrufen: Ach wo ſind die guten, alten Frauen mit ihren