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ſes Werk, die Kirche recht ausfuͤhrlich beſchreiben laſ⸗ ſen; aber da ich, nicht ſo ganz ohne Grund, glaube, daß mein Gewaͤhrsmann es ebenſo gemacht hat wie ich, ſo kann ich nur ſo viel ſagen: daß ſie ein an⸗ ſehnliches, vor 40 oder 50 Jahren faſt ganz neu auf⸗ gebautes Gebäͤude iſt, das aber noch einige Gewoͤlbe der alten Hofkapelle enthaͤlt, die Koͤnig Johann ge⸗ gruͤndet haben ſoll. Grade auf dieſen aͤlteren Theil der Kirche bezieht ſich meine Erzaͤhlung.
An dem Jahrestage des Sieges bei Worceſter am Ende des Septembers oder am Anfange des Octobers im Jahre 1652, befand ſich in der alten Kapelle des Koͤnigs Johann eine anſehnliche Verſammlung. So⸗ wohl an dem Zuſtande der Kirche als an dem Anblick der Anweſenden konnte man die Wuth des Buͤrger⸗ krieges und des eigenthuͤmlichen Geiſtes erſehen, der jene Zeit belebte.
Das heilige Haus trug uͤberall Spuren der Zer⸗ ſtoͤrung. Die Fenſter, welche fruͤher Scheiben von gemahltem Glaſe hatten, waren nun als Gegenſtaͤnde der Abgoͤtterei, mit Lanzen und Flinten zerſchmettert worden. Alles Schnitzwerk der Kirche war beſchaͤdigt und zerſtoͤrt, der Hochaltar niedergeriſſen, und das vergoldete Gelaͤnder, das ihn umgab, zerbrochen und hinweggeſchafft vorden. Die Denkmaͤler auf den Graͤ⸗ bern, welche die Heldenthaten und die ritterlichen Geſinnungen derer, welche darunter ſchlummerten, der Nachwelt verkuͤnden ſollten, lagen nun Stuͤckweiſe


