begegnete Lord Crawford, als er um die Ecke einer Straße bog, die nach der Maas zu fuͤhrte, dem Benarbten, wie er ganz ruhig dem Fluſſe zu ſchlenderte, in ſeiner Hand bei den verwirrten Haaren ein Menſchenhaupt haltend, mit eben ſolcher Gleichguͤltigkeit, als truͤge er eine Jagd⸗ taſche.
„Nun, Ludwig!“ ſagte ſein Befehlshaber, was willſt Du denn mit dem Aaſe da anfangen?“
„Ja! das iſt Alles, was von dem Stuͤck Arbeit übrig geblieben, das mein Neſſe ſich ausgeſucht und auch faſt zu Stande gebracht hatte; ich habe nur die letzte Hand an⸗ gelegt!“ ſagte der Benarbte,—„ein tuͤchtiger Burſch, der, den ich nach Jenſeits befoͤrdert habe, und der mich vorher bat, ſeinen Kopf in die Maas zu werfen. Die Menſchen haben oft wunderliche Einfaͤlle, wenn ſie von dem alten Klapperbein gepackt werden; aber wir muͤſſen doch Alle, wenn die Zeit kommt, den Tanz mit ihm ver⸗— ſuchen.“
„Und Ihr wollt alſo den Kopf in die Maas werfen?“ ſagte Crawford, indeß er aufmerkſamer den grauſenden Erinnerer an die Sterblichkeit betrachtete.
„Ja, ja,“ ſagte Ludwig Leslie,„wenn Ihr einem Sterbenden die letzte Bitte abſchlagt, ſo werdet Ihr von ſeinem Geiſte geplagt, und ich ſchlafe gern des Nachts recht gut.
„Ei, Ihr muͤßt es ſchon mit dem Geiſte aufnehmen,“ ſacte Crawford; denn, bei meiner Seele, an dem Ueber⸗ reſee des Todten iſt mehr gelegen, als Ihr Euch einbild dek.


