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Zweites Kapitel.
Der ungebetene Gaſt.
„In menſchlicher Natur giebt'’s nichts Vollkomm'net. So viele gute Eigenſchaften ſie
Darbieten mag, ſtets zeigt ſie ihre Maͤngel.— Den Tapfern ſah' ich flieh'n vor'm Schaͤferhunde, Den Weiſen thoricht handeln, gleich dem Dummkopf; Die Schlingen des Verſchlagenſten ſind oft
So fein geſponnen, daß er ſelbſt ſich faͤngt.“
Aus einem alten Schauſpirl.
Waͤhrend des erſten Theils dieſer naͤchtlichen Reiſe hatte Quentin jenen bitteren Schmerz zu bekaͤmpfen, den das Herz des Juͤnglings fuͤhlt, wenn er ſich wahrſcheinlich auf immer von der Geliebten trennt. Angetrieben durg die Dringlichkeit der Umſtaͤnde und Crevecveur's Ungedald, durcheilten ſie die fruchtbaren Ebenen von Hennegau, er⸗ hellt von dem wohlthaͤtigen Lichte einer ſchoͤnen hevyſtli⸗ chen Mondnacht, beleuchtend mit ihren blaſſen Strohlen reiche Triften, ſchoͤne Hoͤlzungen und Getreidefelder, von denen der Landwirth, benutzend das Mondlicht,— ſo groß war ſchon damals der Gewerbfleiß der Flamlaͤnder,— die Erndte einfuhr.
Luna beſchien breite, befruchtende Fluͤſſe, auf dere ru⸗ higer Oberflaͤche weiße Segel im Diehſie des Handels hin⸗ abſchwammen, ungehindert durch Felſen oder Waſſe faͤlle; — ſie beſchien ruhige Dörfer, deren reinliches, zieliches Aeußere den Wohlſtand der Bewohner verkuͤndigte;— auch zeigte ſie den Blicken die mit Graͤben, Zinnen und hohen Wartthuͤrmen verſehenen Lehnſchloſſer vieler tapfern Frei⸗


