Teil eines Werkes 
12. Band, Quentin Durward : 3. Theil (1824)
Entstehung
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noch, waͤr' ich nahe genug geweſen, als die Schandthat an dem alten Manne veruͤbt ward, ich haͤtte ſeine grauen Haare gerettet oder geraͤcht; und auch ſo, wie die Sachen ſtanden, ſprach ich meinen Abſcheu laut genug aus, um neue Verbrechen zu hindern.

Ich glaube Dir, junger Mann, ſprach der Graf; Du biſt weder in dem Alter, noch von einer Gemuͤthsart, die Dich eignen koͤnnten, mit ſo blutigen Thaten beauf⸗ tragt zu werden, ſo geſchickt Du auch ſeyn magſt, einer Dame als Knappe zu dienen. Aber ach! ſo mußte dieſer gute, edelmuͤthige Praͤlat an dem wirthlichen Heerde er⸗ mordet werden, wo er ſo oft den Fremdling mit chriſtli⸗ cher Milde und fuͤrſtlicher Gaſtfreiheit aufnahm, und das von einem Elenden, einem Ungeheuer an Blutdurſt und Grauſamkeit, auferzogen in der naͤmlichen Halle, wo er ſeine Haͤnde mit dem Blute ſeines Wohlthaͤters be⸗ fleckte! Aber ich muͤßte Carl von Burgund nicht kennen, ja, ich muͤßte an der Gerechtigkeit des Himmels zwei⸗ feln, wenn die Rache nicht eben ſo raſch und ſchrecklich waͤre, als dieſe That beiſpiellos ſchaͤndlich war. Und wenn niemand Anders die Mörder verfolgt, hier hielt er inne, faßte den Griff ſeines Schwerdtes, ließ den Zaum fahren, ſchlug beide mit Panzerhandſchuhen bedeckten Haͤn⸗ de auf der Bruſt uͤbereinander, daß der Harniſch raſſelte, und hielt ſie dann feierlich zum Himmel empor, mit den Worten:Ich, Philipp Erevecoeur von Cordes, gelobe zu Gott, dem heiligen Lambertus und den heiligen drei Koͤnigen von Coͤln, mich ſo wenig als moͤglich mit allen andern weltlichen Angelegenheiten zu beſchaͤftigen, bis ich vollkommue Rache an den Moͤrdern des guten Ludwigs