Teil eines Werkes 
12. Band, Quentin Durward : 3. Theil (1824)
Entstehung
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Ich ſah' die That mit eigenen Augen, und uͤberdieß noch viele andere ſchreckliche Handlungen.

Ihr ſah't ſie, und eiltet nicht dem guten Biſchof zu Huͤlfe? oder Ihr brachtet nicht das ganze Schloß gegen ſeine Moͤrder in Bewegung? Wißt Ihr nicht, daß es ſchon ſtrafbarer Frevel iſt, eine ſolche That auzuſehen, ohne ſich ihr zu widerſetzen?

Um kurz zu ſeyn, Herr Graf, fiel Durward ein, brauch' ich Euch nur zu ſagen, daß, ehe dieſe That ge⸗ ſchah, das Schloß von dem blutgierigen Wilhelm von der Mark mit Huͤlfe der empoͤrten Luͤtticher erſtuͤrmt war.

Ich bin wie vom Donner geruͤhrt, rief Crevecoeur. Lüttich im Aufruhr! Schoͤnwald genommen! Der Biſchof gemordet! Ungluͤcksbote! Nie entfaltete ein einziger Mann, nie uͤberbrachte Jemand auf einmal ſo iele Hiobspoſten. Sprecht, wißt Ihr das Naͤhere uͤber dieſen Aufſtand, uͤber dieſen Mord! Sprich, Du biſt ei⸗ ner von Ludwigs vertrauten Bogenſchuͤtzen; er iſt's, der dieſen todbringenden Pfeil nbſchoß; ſprich, oder ich will Dich mit wilden Pferden auseinander reißen laſſen!

Und wenn Ihr es thaͤtet, Graf Crevecoeur, ſo wuͤr⸗ det Ihr nichts von mir herausbringen, was einem aͤcht ſchottiſchen Edelmann nicht geziemt. Ich weiß von dieſen Schaͤndlichkeiten nichts weiter, als Ihr, und war ſo weit entfernt, ein Theilnehmer derſelben zu ſeyn, daß ich mich ihnen auf's Aeußerſte widerſetzt haben wuͤrde, haͤtten mei⸗ ne Mittel nur bis auf ein Zwanzigſtel mein Verlangen erreicht. Aber was konnte ich thun? Einer gegen Hun⸗

erte. Meine einzige Sorge war, Graͤfinn Iſabellen zu befreien, und gluͤcklicherweiſe gelang mir dieß. Und den⸗