Leben verlieren, ſo glaubte er ſich doch nicht befugt, das⸗ jenige, was Ludwig ihm anvertraut oder was er ihm an⸗ zuvertrauen ſich den Anſchein gegeben hatte, zu verrathen, und erwiederte daher auf die vom Grafen geaͤußerte Muth⸗ maßung,„es genuͤge ihm, zu dem, was er gethan habe, von dem ihm vorgeſetzten Offizier ermaͤchtigt zu ſeyn; um etwas weiteres bekuͤmmere er ſich nicht.“
„Das iſt vollkommen hinreichend,“ ſprach der Graf. „Wir wiſſen, daß der Koͤnig ſeinen Offizieren nicht ge⸗ ſtattet, die Bogenſchuͤtzen ſeiner Leibwache auszuſenden, um, gleich Paladins, im Gefolge wandernder Damen die Welt zu durchziehen, ohne irgend einen politiſchen Zweck dabei zu haben. Es wird dem Koͤnig Ludwig ſchwer ſeyn, noch ferner ſo kuͤhn zu behaupten, daß er von der Fluche der Graͤfinnen von Croye nichts wiſſe, da ſie von einem Bogenſchuͤtzen ſeiner Leibwache escortirt wurden.— Und wohin, Herr Bogenſchuͤtz, uaymt Ihr aaf dieſem Ruͤckzuge Eure Richtung?“
„Nach Luͤttich, Herr Graf,“ antwortete der Schotte; wo die Damen ſich unter den Schutz des verſtorbenen Bi⸗ ſchofs begeben wollten.“
„Des verſtorbenen Biſchofs!“ rief Graf Crevecoeur, „iſt Ludwig von Bourbon todt?— Dem Herzog iſt nichts von ſeiner Krankheit zu Ohren gekommen.— Woran ſtarb er?“
„Er ruht in einem blutigen Grabe, Herr Graf,— das beißt, wenn ſeine Moͤrder ſeinen irdiſchen Ueberreſten ein Grab gewaͤhrt haben.“
„Seine Moͤrder? heilige Mutter Gottes!— Er waͤre
gemordet?— Junger Mann, das iſt unmoͤglich!“
4 4


