und Edelleute ihre Waſſen mit dem Blute ſolcher bruta⸗ len Saͤue beflecken muͤſſen.“
Bei dieſen Worten ſteckte er ſein Schwerdt in die Scheide, und ſetzte hinzu:„dieß iſt eine rauhe Bewillkom⸗ mung in der Heimath, meine huͤbſche Couſine; aber irrende Prinzeſſinnen muͤſſen ſolche Abenteuer erwarten. Und doch bin ich noch zu rechter Zeit gekommen, denn glaubt mir, die ſchwarzen Reiter haben eben ſo wenig Reſpekt vor einer Grafenkrone, als vor der Haube eines Bauer⸗ maͤdchens, und es ſcheint mir, als ob Euer Gefolge eben nicht zum Widerſtande geeignet iſt.“
„Herr Graf,“ ſprach Fraͤulein Iſabelle,„ohne weitere Vorrede laßt mich wiſſen, ob ich eine Gefangene bin, und wohin Ihr mich fuͤhren wollt.“
„Ihr wißt wohl, muthwilliges Kind,“ antwortete der Graf,„was ich auf dieſe Frage antworten moͤchte, wenn es von mir abhinge, aber Ihr und Eure thoͤrichte Tante mit ihren Eheprojekten und Heirathsjaͤgereien, habt kuͤrz⸗ lich einen ſo ungebundenen Gebrauch von Euren Fluͤgeln gemacht, daß ich fuͤrchte, Ihr werdet Euch darein ergeben muͤſſen, ſie eine Zeitlang nur in einem Kaͤfig ſchwingen zu duͤrfen. Was mich betriſſt, ſo wird meine traurige Pflicht geendet ſeyn, ſobald ich Euch an den Hof des Her⸗ zogs zu Peronne abgeliefert habe; deswegen halte ich es fuͤr noͤthig, waͤhrend ich Euch dahin begleite, den Oberbe⸗ fehl dieſes Rekognoscirungsdetaſchements meinem Neſſen, dem Grafen Stephan, zu uͤbertragen; denn ich glaube,
daß Ihr vielleicht eines Fuͤrſprechers beduͤrfen koͤnntet.
Ich hoſſe, daß dieſer junge Wildfang ſich ſeiner Pflicht mit Klugheit entledigen wird.“
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