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geheuer mit dem Tiger unter der Flut verſchwunden und William ſah ſich, mit einem Gefühl, das aus Schauder und Freude gemiſcht war, von dem furchtbaren Feinde be⸗ freit. Nur ein unruhiges Aufwogen des Stromes verrieth, daß der Kampf noch einige Minuten fortdauerte; doch bald wurde er ſtill und eine trübe, blutige Wolke, die die grauen Wellen färbte, war die einzige ſchauerliche Spur, die ſich von den Ungeheuern wahrnehmen ließ.
William holte Athem! So lange die Anſpannung ſei⸗ ner Kräfte gedauert hatte, fühlte er nicht, bis zu welchem Grade ſie angeſtrengt worden waren; jetzt, da die Urſache, die alle ſeine Willensthätigkeit auffoderte, vorüber war, empfand er das Maß der Erſchöpfung. Matt ſanken ihm die Glieder herab, ein kalter Angſtſchweiß brach ihm im Nacken und auf der Stirn aus; er fühlte, daß die ganze Gewalt des Fiebers ihn wieder anpacke und ſchüttle. In wenigen Minuten ging er aus dem Zuſtande des energi⸗ ſchen Gefühls ſeiner Manneskraft und Ehre in den der völligſten Erſchlaffung und Fühlloſigkeit über. Nur Nuhe war es, was er jetzt noch ſuchte, und er klimmte daher mühſam nach ſeinem Hamac hinauf, um ſich in dieſem den Armen des betäubenden Schlafs zu übergeben und ſich
ſo denen des Todes allmälig zu überliefern. Der Baum⸗
baſt, mit welchem die Hangematte angeknüpft war, hatte ſich gelöſt; ſie hing auf der einen Seite ganz herab, auf der andern nur noch an lockeren Schlingen. William zog ſie daher vollends herab und befeſtigte ſie weiter unten im Baum, da, wo deſſen erſte Zweige begannen, weil er hier beſſer vor dem Regen gedeckt war. Auf den Tod ermattet legte er ſich in die naſſe Lagerſtätte hinein und verſank bald in einen dumpfen Zuſtand halber Betäubung, der durch die große Erſchöpfung und das wirklich rückkehrende


