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Nache, die ihn ſtachelte. Sein Geheul hatte alle ſchwä⸗ chern, waffenloſen Thiere rings umher erſchreckt und ver⸗ ſcheucht und der kurz zuvor noch von Waſſervögeln und anderm Geflügel rings umkreiſte Fels war ganz verödet. Nur einige Krokodile, dieſe mächtigen Feinde des Jaguars, reckten die weitgähnenden Rachen mit den ſcharfen Zahn⸗ reihen aus der Flut und ſchienen darauf zu lauern, daß
ſich der Ciger in die Wellen ſtürzen ſolle, um alsdann in
dem ihnen vortheilhafteren Element den Kampf mit ihm zu beginnen. Doch der Jaguar bemerkte in ſeinem Grimm die Nähe dieſer Feinde nicht; er hatte ſein ganzes Beſtreben nur auf den ein en Feind, die eine Beute gerichtet, die ihm unerreichbar ſchien. Da gerieth er unter einen über⸗ hängenden Zweig, den er im Sprunge erreichen konnte; er krümmte ſich wie eine Kugel ineinander und ſchnellte dann mit der Kraft des Blitzes die Glieder auseinander und zum ungeheuern Sprunge empor. Es gelang. Er erreichte den Baumzweig und ſchwang ſich hinauf! Jetzt wäre William verloren geweſen, denn einem Angriff von dieſer Seite vermochte er nichts entgegenzuſetzen; doch der Zweig bog ſich, von der Schwere des Thiers herabgezogen, ſo tief mit der Laſt nieder, daß er in den Strom hinab⸗ tauchte. Dieſen Augenblick nutzten zwei lauernde Kroko⸗ dile, welche längſt auf den Ausgang des Kampfes gewartet zu haben ſchienen. Das eine der beiden Ungeheuer ſchnellte ſich aus der Flut empor und packte mit den Zähnen Schweif und Hinterfüße des Tigers, der ſich nicht ſchnell genug an dem Zweige hatte feſthalten können, um ihn katzenartig hinaufzulaufen, und riß ihn ſo vollends in die Flut hinab. Zu gleicher Zeit ſchoß auch das zweite Kro⸗ kodil auf die Beute zu und begrub den Kopf des Jaguars in ſeinem Rachen. In einem Augenblick waren beide Un⸗


