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Wuth und Hunger geſtachelt, kehrte es zum dritten Male zurück. Doch der Grimm ließ es ſchon die, die ſer Gattung ſonſt ſo eigenthümliche Vorſicht und Klug⸗ heit vergeſſen und es verſuchte gewaltſam zwiſchen zwei Aeſten durchzubrechen, wo die dichtverwachſenen kleinen Querzweige ein raſches Emporſchwingen unmöglich machten, ſo daß es ſich gewiſſermaßen im Garn derſelben gefangen ſah. Hier hatte William den ganzen Vortheil für ſich; er nahm ſeinen Stab, drückte die Spitze deſſelben in den blutenden Augenteller des Thiers und lehnte ſich mit der ganzen Kraft ſeines Körpers auf, um es zurückzudrücken. Es brüllte fürchterlich auf, peitſchte in der Angſt des Schmerzes den Stamm mit ſeinem Schweif und ſchlug wild mit den Tatzen um ſich. Ein Schlag ſtreifte Wil⸗ liam's Arm und glitt auf dem Knie abz ein Glück für
ihn, daß es nur ganz leicht geſchah, dennoch aber hatte
das Thier ihn blutig und einen Theil ſeines Aermels her⸗ abgeriſſen. Der Schlag durfte um ein Geringes anders treffen, ſo faßten die ſcharfen Klauen tief ins Fleiſch, hätten ihm daſſelbe bis auf den Knochen herabgeriſſen und er würde trotz ſeiner tapfern und geſchickten Vertheidigung dem Thier zur Beute geworden, wenigſtens unter den Schmerzen und Verblutungen umgekommen ſein.— Zum dritten Male mußte der Jaguar der kühnen Gewandtheit und entſchloſſenen Kraft William's weichen. Er taumelte betäubt zurück und fiel auf den Boden des Felſen hinab; hier umkreiſte er den Baum in wilden Sprüngen, mit entſetzlichem Gebrüll. Seine Wuth ſchien auf's äußerſte geſteigert; er reckte ſich oft auf den Hinterfüßen empor, gleichſam als verſuche er ſo den Feind, der ihm ſolche Qualen zugefügt hatte, zu erreichen. Nicht mehr der Hun⸗ ger, die Gier nach Beute allein war es, ſondern eine Art


