Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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rückte er plötzlich ſeinen ganzen Körper zuſammen, zog ſich in einander, wie er es vor dem Sprunge zu thun pflegte, und ſchnellte ſich mit gewaltiger Kraft aufwärts, indem er mit der rechten Tatze einen Aſt packte und ſich daran vol⸗ lends aufwärtszog. Auf einen ſo plötzlichen und ſo nahen Angriff war William nicht gefaßt geweſen. Hier nutzte ihm ſein Stab nichts mehr; zum Glück verlor er die Geiſtesgegenwart nicht und dachte ſchnell auf ein Mittel, ſich zu vertheidigen. Jetzt kam ihm die Gewohnheit und Uebung ſeines früheren Berufs als Jäger, wo er oft mit erbitterten Thieren, es mochten biſſige Hunde oder ein an⸗ geſchoſſener Eber oder Wolf geweſen ſein, zu kämpfen Ge⸗ legenheit gehabt hatte, trefflich zu ſtatten. Er riß raſch das Meſſer aus dem Stamm und mit dieſem griff er den Gegner an. Der Tiger hatte ſeine rechte Tatze einwaͤrts

um den Aſt geſchlungen, den Kopf drückte er ebenfalls an der innern Seite deſſelben Zweiges dicht neben der Klaue empor, um ſich ſo mit dem ganzen gelenkigen Körper durch die ſchmale Oeffnung hinaufzuſchwingen. Doch dieſelbe war ſo eng, daß er es nicht im raſchen Schwunge, ſon⸗ dern nur allmälig vermochte. Dieſen Augenblick ſeiner be⸗ engten Lage nutzte William, bohrte ihm das Meſſer mit raſchem, feſtem Stich in das linke Auge ein und drängte es mit aller Kraft bis ans Heft nach. Der entſezliche Schmerz preßte dem Thier ein fürchterliches Gebrüll aus; es riß die Tatze zurück und ſchlug wild zuckend und in⸗ grimmig mit derſelben von außen um den Zweig herum, um ſeinen Gegner zu packen. William aber wich gewandt aus und das ohnmächtig wüthende Thier taumelte rück⸗ wärts. Mit Mühe hielt es ſich an dem glatten Stamm feſt und wand ſich um denſelben herum, um abermals einen neuen Angriffspunkt zu ſuchen. Von Schmerz,