— 303—
weit hinaus, um einen höheren, dünneren Zweig zu er⸗ langen, durch den es ſich in das Gezweig des Baumes überhaupt hineinſchwingen könnte. Durch Keulenſchläge war dem Feinde nicht mehr beizukommen; die andere Art des Angriffs foderte eine andere Art der Vertheidigung. Wil⸗ liam kehrte daher ſeinen Stab um, nahm das zugeſpitzte Ende vorn und verſuchte ihn als Lanze zu gebrauchen. Er bemerkte, daß er zwiſchen dem Gegitter der Zweige, die ihm gewiſſermaßen zum Schilde dienten, hindurch, den Kopf des Thiers durch einen Stoß treffen könnte; vorſichtig, um ja nicht zu fehlen und ſich dann etwa die Waffe von den Tatzen des Jaguars entwinden zu laſſen, erſah er den gün⸗ ſtigen Augenblick, wo das Thier ſich eben dicht heranzog, um ſich auf die Zweige zu ſchwingen, und ſtieß ihm das ſcharf zugeſpitzte Ende des Stabes in den Schlund. Er hatte glücklich getroffen, denn er fühlte, wie der Stab ſich in das Fleiſch einbohrte, und der Tigey ſtieß ein furchtba⸗ res Gebrüll aus. Einen Augenblick verſuchte er den Wi⸗ derſtand, den ihm das ſpitze Werkzeug leiſtete, durch An⸗ dringen zu überwinden; da es jedoch auf dieſe Weiſe tiefer eindrang, indem William, der ſeinen Vortheil nicht unbe⸗ nutzt laſſen durfte, ſich jetzt mit aller Kraft darauf ſtützte, wich er um einige Fuß den Stamm abwärts. So wie er ſich aber von dem ſchmerzenden Stachel in dem Schlunde frei fühlte, ſann er auch wieder auf neue Angriffe und die Gier nach der Beute überwog ſeine Scheu vor den Waffen des Gegners. Er reckte den Kopf weit rückwärts und ver⸗ längerte den Hals durch krampfhafte Windungen und Zuk⸗ kungen, bei denen er ein wiederholtes Geheul ausſtieß, gleichſam als wolle er, wie es auch der Menſch pflegt, den ſtechenden Schmerz durch Bewegung der getroffenen Mus⸗ keln und durch ausgeſtoßenes Geſchrei lindern. Dann aber
83


