Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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die lange Dauer dieſer Pein den erſten heftigſten Schauder abgeſtumpft und ihm ſchon wieder Naum zu andern Be⸗ trachtungen gelaſſen hatte. Da rauſchte es plötzlich über ihm in den höchſten Zweigen und ein Fiſchadler von un⸗ gemeiner Größe ſchoß herab und ſtieß auf den einen der Iguanas, den er als Beute fortzuſchleppen gedachte. Wie ein Blitzſtrahl ſchoß der andere davon und der ergriffene wurde von dem Vogel in die Lüfte geführt. Er ſträubte ſich indeſſen ſo mit Macht gegen den Schnabel und die Fänge des Raubvogels, daß dieſer ihn fallen laſſen mußte. Dicht an William ſtürzte das blutende Thier herab und er ſah, wie es unten in das ſeichte Waſſer auf dem Gra⸗ nitfelſen fiel und dann pfeilgeſchwind in den Wellen ver⸗ ſchwand. 8

Jetzt wurde die Scene auch dort unten belebter. Eine Menge von Reihern, Flamingos und andern Waſſer⸗ vögeln ſpielten in dem ſeichten Waſſer unter dem Baume; ganze Heerden von Schildkröten ſchwammen auf dem Ori⸗ noko und man ſah ihre ſchwarzen Rücken über die Flut hervorragen. Selbſt das düſtere Wetter, bei dem in an⸗ dern Gegenden des Erdkreiſes die lebendigen Weſen zu verſchwinden pflegen, lockte in dieſer gigantiſchen und über⸗

ſprudelnd reich ſchaffenden Natur immer neue Geſchöpfe her⸗

vor. So ſchwebten denn auch ſchattige Wolken von Geiern in den Lüften hin und Fledermäuſe umſchwirrten mit wi⸗ derlichem Geſchrei den Gipfel des Baumes. Ganze Heer⸗ den von Lamas und anderm ſchlanken Wild warfen ſich von dem grünen Ufer her badend in den Strom und zogen ſchwimmend nach dem andern Ufer hinüber. Sie weckten die ſchlafenden Krokodille, die raſch emporſchoſſen und dann

ihrer Beute in der Flut nachjagten. Aber ſie ſelbſt wur⸗

den von raubgierigen Jaguars angefallen und dann ent⸗ gie g