Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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Krankheit, das Gefühl der tiefſten Einſamkeit und Verlaſ⸗ ſenheit ganz niedergedrückt, vermochte er es nicht, einen muthigen Entſchluß zu faſſen, ſondern ſaß, das Aeußerſte erwartend, unbeweglich und beobachtete mit ſtarren Augen jede Bewegung, welche die Thiere machten. Da er ſie aber nicht Beide zugleich ſehen konnte, wurde er, wenn er ſich nach dem einen hingewendet hatte, von dem leiſeſten Raſcheln der Blätter ſo erſchreckt, daß der kalte Schau⸗ der ihm das innerſte Mark durchrieſelte, weil er wähnte, das Thier hinter ihm ſchnelle ſich jetzt heran und werde ihm ſogleich auf dem Nacken ſitzen. In dieſer alle Fibern und Nerven auf's äußerſte aufregenden Pein brachte er über eine Stunde zu.

Indeſſen war der Tag immer höher hinaufgekommen und die Sonne fing an ſelbſt auf die Nebel zu wirken und ſie ein wenig zu lichten. Der Baum war nunmehr ganz ſichtbar; auch der Strom unter ihm und zunächſt. Mit Erſtaunen ſah William, wie ungemein derſelbe ge⸗ wachſen war, denn der Granitblock, der geſtern noch weit aus den Wellen hervorragte, wurde jetzt ſchon an einigen Stellen vom Waſſer bedeckt, das reißend und ſchäumend an beiden Seiten hinſchoß. Es war ein hoffnungsloſer Anblick; denn gegen dieſe flutende Strömung, das ſah William wohl ein, vermochten ſeine Begleiter nicht anzu⸗ kämpfen, und ſo verſchwand ihm denn die Ausſicht zur Rettung mehr und mehr. Allein, es iſt eine oft wieder⸗ holte, wenngleich nicht erklärte Erſcheinung, je tiefer die Glücksſchaale des Menſchen ſinkt, je mächtiger ſteigt die ſeiner Hoffnungen und läßt ihn Zuſtände ertragen, denen er ohne dieſe wachſende Kraft ſchon bei der Hälfte des Maßes und der Dauer erlegen ſein würde. So wuchs auch in William's Bruſt die Sehnſucht, dieſer grauſenvol⸗

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