Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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in weiten Ringen einzeln kreiſten, um ihre Beute im Waſ⸗ ſer zu erſpähen oder ihre Neſter zu ſuchen. Die Sonne ſenkte ſich jetzt allmälig tiefer gegen den Horizont und die Atmoſphäre verhüllte ſich mit grauen, nebelartigen Dün⸗ ſten, die die Vorboten der Regenzeit ſind. Im ſchrägen Strahl der Sonne nahmen dieſe aber einen purpurnen oder violetten Schimmer an und verbreiteten einen zauberiſchen Duft über die Landſchaft. Das großartige Schauſpiel ließ William ſogar ſeine Müdigkeit vergeſſen und entfernte den Schlaf von ſeinem entkräfteten Körper. In eine ſüß ſchwer⸗ müthige Wolluſt verſenkt, ſaß er auf den leicht wiegenden Zweigen und ſeine Seele vertiefte ſich in den Bildern der Vergangenheit. Die Sonne ſank hinter die Wälder; die Atmoſphäre wurde dunſtiger, es ſchwebte wie leichte graue Schleier durch die Lüfte. Von Zeit zu Zeit hörte er in der Ferne ein dumpfes Murmeln, das aus der Tiefe der ringsum verbreiteten Urwälder zu dringen ſchien. Er horchte auf. Bald wurde das ſchauerliche Gemurmel lauter und lief, wie das Echo des Donners im Gebirg, rings am Horizont um. Plötlich zuckt ein Blitz durch die Lüfte und einen Augenblick lang iſt die ganze Landſchaft wie mit ſchwefligem Licht überſtrahlt. Ein Gewitter! Ein Gewitter, die majeſtätiſchſte Erſcheinung der Natur ſchon in unſern Gegenden, vollends aber zwiſchen den Wende⸗ kreiſen, wo alle Naturkräfte ins Gigantiſche wachſen und ihr Ringen dem Kampf der alten Titanen, dem gährenden Brauſen und Arbeiten des Chaos gleicht! Wenige Sekun⸗ den nach dem Blitz tönte es vom ſüdlichen Horizont her wie ein dumpfer Kanonenſchuß, ein, zwei drei Mal! Dann erwachten alle Echoſtimmen der Wälder und Hügel und rings über die weite Fläche hin lief ein ſchauerliches Rollen, das von Sekunde zu Sekunde wuchs. Der Strom