— 280—
des Leibes ſieht, während ſich der Ueberreſt noch in der Tiefe des Gewäſſers verbirgt. Bei den zuckenden Schlä⸗ gen, die er empfindet, wähnt er, es ſei die Gewalt der Umſchlingungen, welche ſeine Gebeine zermalme. Mehr dunkler Naturtrieb und Angſt der Verzweiflung, als eigne Willenskraft treiben ihn an, mit äußerſter letzter Anſtren⸗ gung dem Ufer zuzueilen und nach Hülfe zu rufen. Sein ſtöhnender Angſtruf dringt durch das Gebüſch, in welchem Perez und die Diener beim Gepäck beſchäftigt ſind. Ver⸗ traut mit den mancherlei Gefahren, welche dem Neu⸗ ling in dieſen Landſchaften begegnen können, greifen alle ſogleich nach den nächſten Waffen und ſpringen, ohne ſich zu beſinnen, durch das Dickicht der Stimme William's nach. Sie erblicken ihn mit Nacken und Armen aus dem Waſſer hervorragend, aber eben im Begriff, bewußtlos nie⸗ derzuſinken. Schnell wirft einer der Zambos ſeinen Laſſo, eine Art von Fangſchlinge, deren ſich dieſe Völker zur Jagd und, um ſich einander auf den ſteilen Gebirgshöhen von Fels zu Fels zu helfen, bedienen, nach William aus, und ſo glücklich, daß man ihn ſogleich ans Ufer ziehen kann. Bei dieſer Bewegung und dem Anblick ſo vieler Menſchen läßt das Thier, geſcheucht, ſeine Beute los, ringelt ſich ab und ſchießt in einem Bogenſprung in den See zurück.
Als William erwachte(denn das Grauſen hatte ihm auf
einige Augenblicke die Beſinnung geraubt), fand er ſich auf
dem ſchattigen Raſen liegen, umgeben von Perez und ſeinen getreuen Zambos. Obwol ſeine Beſinnung zurüickgekehnt war, ſo empfand er doch einen heftigen Schmerz und eine ſolche Lähmung in ſeinen Gliedern, zumal in den Füßen, daß ihm kein Zweifel bleiben konnte, ob dieſer Zuſtand des
Schreckens, in dem er ſich befunden hatte, auf einen wirk⸗
—


