Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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pige Pflanzen der heißen Zone geblüht hatten. Der Wind regte ſich nicht; nur von Zeit zu Zeit zog ein heißer leich⸗ ter Luftſtrom über den Boden dahin und regte den Staub der zerfallenen Pflanzen auf, ſo daß er ſich in einer grau⸗ lichen Wolke erhob und die Neiſenden überſchüttete; nur einzelne Palmen ragten hie und da hervor und bezeichneten das ehemalige Bett eines jetzt verſiegten Baches. Die Hitze drückte auf die Augen; der Pflanzenſtaub, mit ſcharfen und beißenden Theilen erfüllt, fiel ätzend auf die Haut und ver⸗ urſachte einen empfindlichen Schmerz. Mit einem inneren Schauer, aber doch von erhabenen Gefühlen bewegt, be⸗ trachtete William dieſe todte Oede der Natur, welche ein grauendes Bild von den ausgeſtorbenen Freuden ſeines Le⸗ bens darbot. Perez näherte ſich ihm und ſprach:„Nur Muth, Freund! Wir werden nicht ewig ain dieſer Wüſte von glühender Aſche wandern; um ſo reizender wird Dir die Kühle des Abends in dem Grün dur von den Flüſſen erquickten Landſchaften erſcheinen.“ Inzeſſen erſchöpfte der Weg, den man zurücklegte, die ausdauerndſten Kräfte; ohne die mit Erfriſchungen beladenen Maulthiere wäre es unmöglich geweſen, ihn zu vollbringen, zumal da die Seele oft durch vergebliche Hoffnungen niedergeſchlagen wurde. Denn der Boden iſt dort überall mit einer harten Rinde überdeckt, die nicht ſelt ſo feſt und glänzend wird, daß ſie angelaufenem Stahl Reicht und in dem glühenden Son⸗ nenſtrahl wirkliche Zurückſpiegelung erzeugt. Auf dieſe Art bilden ſich vor dem getäuſchten Auge, dem eine ſehnſüchtige Einbildungskraft zu Hülfe kommt, aus den Wolkengeſtal⸗ ten des gekräuſelten Staubes in den Blendlichtern des ſenk⸗ recht auffallenden Sonnenſtrahles und in der halbſpiegeln⸗ den Fläche des Bodens Erſcheinungen, die der Fata Mor⸗ gana gleichen. Man glaubt flüſſige Springſäulen kühler