Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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nung, ſich getäuſcht zu haben; allein vergeblich, ſein Auge hatte nicht geirrt, was er ſah, war entſetzliche Wahrheit. So hatte denn in einem fürchterlichen Schlage den Freund und die Geliebte verloren, welche er dereinſt zu be⸗ ſitzen noch immer die ſtille Hoffnung genährt und durch dieſe ſchwache Flamme ſeinem dunklen Daſein Licht gegeben hatte. Es war erloſchen und das Leben lag vor ihm wie eine nachtbedeckte Wüſte.

Die drei Monden der einförmigſten Fahrt, die er jetzt zu überdauern hatte, würden vielleicht die Feſtigkeit ſeines Geiſtes erſchüttert haben, wenn der wackere Perez ſich ihm nicht mit ſo biederer Herzlichkeit genähert hätte, daß er in ihm einen wahrhaften, wenn gleich älteren, mehr väterli⸗ chen Freund erwarb. Auf alle Weiſe ſuchte er ihn zu zer⸗ ſtreuen und, da er bemerkt hatte, daß William Intereſſe für die Naturwunder des ſüdlichen Amerikas zeigte, hörte er nicht auf, ihm von dieſen und namentlich von den er⸗ habenen Wildniſſen am Orinoko, die er genau kannte, zu erzählen. So ſetzte ſich nach und nach in William's Seele der Gedanke feſt, ſeine Zeit und ſeine Geldmittel dazu zu verwenden, dieſe Gegenden genauer zu durchforſchen.„Wer iſt dazu geeigneter als Du,“ dachte er,„dem alles Das zu Gebot ſteht, was Andere ſich mühſam zu erringen ha⸗ ben? Dein früherer Beruf hat die Kräfte Deines Körpers ausgebildet und zu jeder Art der Anſtrengung geſchickt ge⸗ macht. Du biſt des Feuergewehrs als ſicherer Schütze Herr. Unter der Leitung Deines alten, würdigen Lehrers haſt Du Dir Kenntniſſe in der Pflanzenkunde geſammelt, die Du durch ſpätere Studien und Beobachtungen auf Deinen Reiſen erweitert haſt, Du biſt alſo in einem Theile der Wiſſenſchaft nicht ganz unvorbereieet. Endlich die Ge⸗ fahren, die ein anderer Reiſender ſcheut, fürchteſt Du