Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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Unſchuld in den Wellen eines Blut⸗Oceans vergeblich nach Hülfe und Rettung rangen. Da ergriff ihn ein tiefer Widerwille und er beſchloß Paris zu verlaſſen. Es war hohe Zeit, denn bereits war auch er verdächtig geworden und hätte er nicht eine ſchnelle Warnung erhalten, ſo würde er, wie ſo viele andere Fremde, den Tod auf dem Schaffot gefunden haben. Indeſſen gelang es ihm, nach Havre zu entkommen und dort auf ein ſpaniſches Fahrzeug zu gelangen, welches nach Veracruz ſegelte. Der Capi⸗ tain, Perez mit Namen, der ſeinen tiefen Trübſinn ſahe, ſuchte ihn auf alle Weiſe zu erheitern.„Ihr werdet viele Landsleute in Veracruz finden,“ ſprach er zu ihm;„ein Landsmann, der mir vor ſechs Wochen auf der Höhe von Teneriffa begegnete, hatte dreizehn Franzoſen am Bord, die er dahin führte.“—„Ich bin kein Franzoſe, ich bin ein Schotte,“ erwiderte William düſter.—„Ja, da wird Euer Weg nach Hauſe freilich ein Umweg ſein, denn in Eng⸗ land kann ich nicht landen, weil meine Geſchäfte eilig ſind und der Wind mir günſtig ſteht. Indeſſen ſeid gutes Muths, Amerika iſt ein merkwürdiges Land und Ihr wer⸗ det es nicht bereuen, dort geweſen zu ſein. Ich habe jetzt Geſchäfte auf dem Deck, wenn Ihr Euch aber zerſtreuen wollt, ſo geht in meine Kajüte und nehmt Euch ein Buch oder die neueſten Zeitungen, die wir aus Frankreich mitge⸗ nommen haben.“

William ging hinab und nahm, da er in der letzten Zeit gar keine Zeitungen geleſen hatte, einige Blätter des Moniteur zur Hand. Plötzlich erblaßte er, denn er las in der in dem neueſten Moniteur enthaltenen Liſte der zur Guillotine Verurtheilten die Namen des Vicomte, Al⸗ fred's und Eſtelle's. Es wurde ihm finſter vor den Au⸗

gen; er ſtarrte noch einmal hin, in der zitternden Hoff⸗ 12**