Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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König mehr, dem er ſeine Treue widmen konnte. Allein es war zu ſpät, die Gefahren zu groß. Dennoch wollte er verſuchen, in einer Verkleidung zu entkommen, da es ihm gelungen war, durch einen Freund einen großen Theil ſeines Vermögens nach Amerika zu ſchaffen. William wußte durch Alfred um die Flucht. Er war in der höch⸗ ſten Angſt, denn in dieſer Nacht mußte es ſich entſcheiden, ob Eſtelle die Seinige werden könne. Er beſchloß mit ihr und dann mit dem Vater zu ſprechen. Alfred veranſtaltete die Zuſammenkunft. Eſtelle war ſchon in der Verkleidung als Savoyardin, in welcher ſie flüchten ſollte.„Ach, daß ſie wäre was ſie ſcheint, ein armes, hülfloſes Kind der Berge,“ dachte William, als er das reizende Mädchen ſah. „Sie kommen, um Abſchied zu nehmen?“ fragte ſie mit beklemmter Stimme und eine Thräne glänzte in ihrem Auge. William ergriff ihre Hand, preßte ſie an die Lip⸗ pen und ſprach mit einem entſchiedenen Wort:„Nein, nicht ein Verhältniß zu trennen, komme ich, ſondern eins für ewig zu krüpfen, wenn Eſtella ſich entſchließen kann, mir dieſe Hand zu laſſen.“ Sie zitterte und ſchwieg, aber ließ ihm die Hand; er drückte ſie, ſie erwiderte den Druck ſchüchtern, aber innig. Er wollte ſie an ſein Herz ziehen, da neigte ſie ſich hinweg und ſprach unter Thränen:„nur wenn mein Vater es geſtattet!“ In dieſem Augenblick trat der Vicomte ein; ein Blick ſagte ihm, was geſchehen ſei, er kam William's Worten zuvor:„Ich achte Sie, ja ich liebe Sie,“ ſprach er;„allein höher achte ich das Heiligthum ererbter Ehre, würdiger Geſetze. Vielleicht hätte mein freier Wille ſich ein Abweichen erlaubt. Jetzt, da man uns Alles ab⸗ trotzen will, kann ich den ſchimpflichen Verdacht, unwürdi⸗ ger Gewalt zu weichen, nicht auf mich laden. Leben Sie wohl und, hegen Sie Freundſchaft für uns, ſo bikti Sie