Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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Gefangene, alle Andern ließen ſich in Stücke hauen. Nur

Etliche ſind, wie die Gemſen, zwiſchen den Felsſpalten ver⸗

ſchwunden. Ja ja, St. Val, ſehen Sie mich nur verwun⸗

dert an. Das Feld iſt unſer, die Guerilla ſo gut wie ver⸗ nichtet und hauptſächlich durch Ihren geſchickten Angriff. Das heißt eine Scharte auswetzen! Nicht wahr? Nun, Sie freuen ſich doch?“

Der Oberſt ſprach in einem fort, weil er glaubte, den noch erſchöpften und betäubten St. Val durch die Sieges⸗ nachrichten kräftigen und ermuntern zu müſſen. Dieſer hatte ſich indeſſen in ſeinen Zuſtand hineingefunden und blickte nur ängſtlich beſorgt umher, ob er Elviren entdeckte.

„Wie komme ich hierher, was iſt mit mir geſchehen?“ fragte er endlich. 4

„Wie ich ſchon ſagte, Capitain,“ fiel Verginois ein, „das Maulthier der Fahnenträgerin überſchlug ſich und ſtürzte mit ihr und Euch den ſteilen Abhang hinunter.“

„Wo iſt ſie? lebt ſie?“ rief St. Val heftig.

„Noch lebt ſie und ihr iſt kein Haar gekrümmt; doch ſie muß mit den Andern daran. Wir wollten nur abwar⸗ ten, daß Euch Eure fünf Sinne zurückgekehrt wären, um—„

„Was wollt Ihr thun?“ fragte St. Val und der Schrecken gab ihm Kraft aufzuſpringen. Er blickte wild umher, ſein Auge fiel zuerſt auf den gemishandelten Ka⸗ 4 meraden, deſſen Leichnam als eine furchtbare Auffoderung

zur Rache noch an der Kaſtanie hing; doch hatte man zwei Ehrenwachen neben ihm aufgeſtellt und die Fahne des Regi⸗ ments davor aufgepflanzt. Daneben ſtanden die unglückli⸗ chen Gefangenen, Keiner ohne Wundez unter ihnen Elvira mit einigen anderen Frauen. Sie war bleich, doch ſchien ſie unerſchrocken, im Getümmel des Kampfes hatte ſie die

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