Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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mit einigen Verwegenen. Die entſchloſſenen Navareſen um⸗ ringten ihre Heldenführerin und machten die Bruſt zu ihrer Mauer. Nur einige Schüſſe krachten noch, wie Blitze aus einer Gewitterwolke, aus der Menge, da Niemand mehr Zeit zum Laden hatte; der flammende Lichtglanz beleuchtete auf Augenblicke Elvira's Geſtalt und das hoch von ihr ge⸗ ſchwungene Banner. St. Val's glühende Blicke verfolgten ihr erhabenes Bild, das ihm, von dem Pulverrauch halb umzogen, wie eine zürnende Schutzheilige in Gewitterwolken erſchien. Jetzt dachte er ſich zu ihr hinzukämpfen. Da plötzlich warf ſich ihm ein Jüngling wie ein junger Löwe entgegen und drang mit gezücktem Dolch auf ihn ein. St. Val packte ihn mit ſeiner Linken in das Handgelenk; doch daſſelbe that der Jüngling ihm und hemmte ſo den Streich ſeines Degens. Beide Kämpfer fühlten, daß die Waffe ih⸗ nen jetzt nur ein Hinderniß ſei, und ließen ſie gleichzeitig fallen, um mit einander zu ringen. Erſt jetzt erkannte St. Val ſeinen Gegner; es war der ſchöne, düſtre Alonzo, der vor wenigen Minuten mit dem Dolch ſeine Bande zer⸗ ſchnitten hatte. Die geſtählten Muskelkräfte des rauhen Gebirgsſohnes, den noch keine Wunde verletzt, wurden durch fanatiſchen Ingrimm verdreifacht; St. Val war durch Wun⸗ den, Blutverluſt und Pein der Seele erſchöpft. Er hätte ihm nicht Widerſtand geleiſtet, obgleich ſein brennendes Ver⸗ langen, ſich zu Elviren durchzukämpfen, auch ihm eine dop⸗ pelte Gewalt lieh, wenn nicht Verginois mit einem Kol⸗ benſchlag auf Nacken und Schultern Alonzo's dieſen plötz⸗ lich ſo getroffen hätte, daß er wankte und taumelte. Jetzt wollte St. Val auf Elviren eindringen und ſie hinab in ſeine Arme reißen. Da krachten einige Schüſſe dicht in der Nähe Beider, Elvira that einen Schrei, das Banner ſank aus ihrer Hand, ihr Maulthier bäumte ſich hoch auf