Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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raden. St. Val gab ihnen die Hoffnung, daß die meiſten noch gerettet werden könnten. Zugleich warf er Nunnez's Mantel ab und ließ ſich mit Waffen und Kleidungsſtücken aushelfen. Ein junger Offizier gab ihm den Ueberrock, den er über der Uniform trug, und den Degen erhielt er von einem Andern, der, in der Hand verwundet, ihn nicht füh⸗ ren konnte.

Inzwiſchen hatten ſich die auf dem engen Pfade ein⸗ zeln Herabklimmenden zu einer anſehnlichen Schar geſam⸗ melt und St. Val führte ſie hinab ins Thal, um die Spanier, die ſich auf dem jenſeitigen Ende durchzuſchlagen verſuchten, im Rücken anzugreifen.

Zuerſt blickte St. Val umher, ob er von den gefange⸗ nen Kameraden Niemand entdeckte; allein ſie mußten Alle entweder getödtet ſein, oder ſich verborgen haben, denn die ſämmtlichen Feuerſtellen waren verlaſſen und auch die ſpa⸗ niſchen Frauen und Greiſe geflüchtet. Nur zur Linken, an der uralten Kaſtanie, ſah er aus der Ferne noch den Kör⸗ per des Unglücklichen in erlöſchender Glut ſchimmern, der dort die grauſenvollen Martern erduldet hatte. Er befahl Verginois leiſe, mit einigen Leuten hinüberzueilen, um den Gequälten wo möglich noch zu retten. Es war zu ſpät, die Qual hatte ihn getödtet. Die erſtarrten Glieder hin⸗ gen unbeweglich herab; Blut aus der Wunde, wo man ihm den Bolzen durch die Arme geſchlagen hatte, ſtrömte ihm über Angeſicht, Bruſt und Leib; das Fleiſch um die Füße war verbrannt, verkohlt, blutig, die Haut weit hin⸗ auf geborſten und zuſammengerollt. Ein grauenvoller An⸗ blick!

Sacre Dieu! rief Verginois und biß ſich in die Lip⸗ pen,alſo das iſt Kriegsrecht in Navarra?

Die Kameraden wollten den Leichnam abnehmen.