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„Kamerad!“ redete ihn St. Val an.„Du irrſt Dich, ich bin kein Spanier!“
Er hatte aber kaum dieſes Wort ausgeſprochen, als er ſich noch heftiger umſchlungen fühlte als vorher. Aber dies⸗ mal war es der Ungeſtüm der Freundſchaft und der Freude, denn es war ein junger Sergeant ſeiner eigenen Compagnie, Verginois, auf den er geſtoßen war und der ihn beinahe mit ſeiner Umarmung erdrückte und in der Wallung der unvermutheten Freude die Worte:„Mein Capitain! Mein theurer Capitain! Und gerettet!“ kaum herausſtoßen konnte.
„Aber Verginois, wie kommſt Du hierher?“
„Ah diable! Ich konnte die Zeit nicht erwarten. Ich weiß, wie es die Spanier machen! Mußte ich nicht eilen, wenn ich Euch noch ungebraten treffen wollte? Ma foi Ich kam nicht, um mitzueſſen an Euch.“
„Doch weshalb ſchoſſeſt Du?“
„Das war eben der Teufel! Der Spaziergang von dort oben herunter iſt faſt ſo ſteil wie die Hauptfronte von Nöͤtre⸗Dame zu Paris; ich glitt aus, mein Gewehr ging los, ich fiel Euch faſt auf den Kopf und dachte, das iſt einer vom Berge*).“
„Nein, nein, Verginois, Du weißt, ich bin ein Gi⸗ rondiſt!“
„Hol der Teufel den Berg und die Gironde, Ihr ſeid mein Capitain und es fehlten nicht zwei Fuß breit, ſo hätte ich Euch hier den Sprung abwärts machen laſſen! Aber was nun?“
St. Val fragte, Verginois desgleichen; in einer halben
*) De la montagne, die bekannte blutdürſtige Partei im Na⸗ tionalconvent; die Guerillas wurden wegen ihrer Grauſamkeit und ihrer Schlupfwinkel in den Bergen eben ſo bezeichnet.
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