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„Mir folgt!“ gebot Elvira,„mir! Jetzt will ich Euch danken!“ 4
Mit dieſem Wort ſprengte ſie gegen eine Pyramide zu⸗ ſammengeſtellter Büchſen und Waffen heran, in deren Mitte eine Fahne mit dem Bilde der Mutter Gottes ſtand. Dieſe ergriff ſie, ſchwang ſie hoch über das Haupt und rief: „Mir nach! Ich trage ſie Euch voran!“
Ein unermeßlicher Jubelruf erhob ſich. Eine zweite Lage ſchmetternder Kartätſchen wurde von den begeiſterten Käm⸗ pfern kaum beachtet. Sie ergriffen ihre Büchſen, ihre Schwerter und ſtürzten ſich dem Angriff des Feindes ent⸗ gegen. Die Trompeten ertönten, Trommeln wirbelten; in einer Minute war das ganze Lager in Bewegung und er⸗ ſchallte vom Kriegsgetümmel und dem begeiſterten Vater⸗ landsgeſang der Spanier.
St. Val ſah Alles vor ſich geſchehen wie ein Wunder. Doch der kampfgewohnte Krieger konnte nur einen Augen⸗ blick lang über dieſe Ereigniſſe die Beſonnenheit verlieren, deren er bedurfte, um ſie zu nutzen. Er warf ſein ſpähen⸗ des Auge umher und ſah, daß im erſten Augenblick der Be⸗ geiſterung und Beſtürzung Alle der Heldenjungfrau folgten. Seiner Bande war er entledigt, hinter ihm Gebüſch und tiefes Schattendunkel— ein Sprung und er konnte gerettet ſein. Der verwundete Nunnez hatte im Aufſpringen den Mantel liegen laſſen und ſeine Büchſe, die er nicht führen konnte, lehnte an dem Stamm der Kaſtanie. Beides ergriff St. Val und verſchwand in dem Dunkel des Gebüſches. Dort hüllte er ſich in den ſpaniſchen Mantel ein, unterſuchte die Büchſe, fand ſie geladen, ſpannte den Hahn und beſchloß nun ſein Schickſal ſelbſt zu bilden und zu beherrſchen, ſo weit es die Umſtände zuließen.
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