Teil eines Werkes 
18. Band = Neue Folge, 6. Band, Erzählungen : 4. Theil (1847)
Entstehung
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verheißt, und rettet meine unglücklichen Gefährten von einem Schickſal, das kein Menſch dem Menſchen zu bereiten ein Recht hat.

Staunend, aber ſchweigend richtete die Unbekannte ihre Blicke auf St. Val und ließ ſie dann im Kreiſe umher⸗ ſchweifen; plötzlich ſchauderte ſie zuſammen, die Zügel ent⸗ ſanken ihr und ſie bedeckte das Antlitz mit beiden Händen. Der Anblick des Bejammernswerthen erſchütterte ſie ſo, der am nächſten Wachtfeuer jene furchtbaren Qualen erlitt, deſ⸗ ſen Jammergeſchrei ſich aus Erſchöpfung ſchon in ein leich⸗ tes, hinſterbendes Aechzen verwandelt hatte. Doch der Kör⸗ per wand ſich, von der ſteigenden Folter des Brandes ge⸗ martert, noch in gewaltſamen Zuckungen hin und her!

Heilige Jungfrau! brach die Unbekannte mit lautem Ruf aus und der Ton klang wie ein Schrei aus zerriſſe⸗ ner Bruſt,heilige Jungfrau! Dieſes Entſetzen muß ich ſehen! Dann richtete ſie ſich ſtolz empor und rief wie Jemand, der Rechenſchaft fodern darf:Warum habt Ihr ſie nicht getödtet!

Der Kreis der Männer rings umher ſtand ſchweigend, es malte ſich Verwirrung und Beſtürzung in ihren Zügen.

St. Val ſah dieſem Auftritt mit einer nicht zu ſchil⸗ dernden Spannung entgegen; er wußte nicht, ob er ihn hoffend oder fürchtend deuten ſolle.

Malleros! Weshalb habt Ihr

Donna Elvira! Ihr fodert das Unmögliche! Die Rache des Spaniers läßt ſich nicht durch ein Wort bändigen. Die Feinde verbrennen ſeine Hütte, tödten ſeine greiſen Aeltern, entehren ſeine Töchter, das fodert Rache! Ich kann ſie nicht hemmen!.

So ſeid denn verworfen vor meinem Angeſicht! rief Elvira mit edelm Zorn.Eure eigene verruchte Grauſam⸗