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zen Augen blickten begierig nach den Opfern. Sie waren ſo ſchön, ſo lieblich; die lichten braunen oder reichen ſchwar⸗ zen Locken ſpielten ihnen um Hals und Nacken, ſie trugen ſich leicht geſchürzt, ihr)e Stirn war frei und ſchuldlos und doch erfüllte gährendes Gift des Haſſes ihre Bruſt! Sie waren Tauben mit Geierblicken und Krallen.„Nicht wahr, mein Pedro,“ bat ein ſchwarzäugiges baskiſches Mäd⸗ chen ihren Geliebten ſchmeichelnd, indem ſie die Mantille ganz zurückſchlug, um ihm recht liebevoll und freundlich ins Auge zu ſehen,„nicht wahr, Alonzo, dieſen Gefange⸗ nen bringſt Du mir mit? Ich will Spaniens Jungfrauen an ihm rächen, ich will meine arme geopferte Schweſter Isquierda rächen!“
„Das ſollſt Du, Guitteria,“ erwiderte ein junger Spa⸗ nier mit ſtolzem Gang und feurigem Auge.„Du ſollſt das Herz dieſes Gottesläſterers mit glühenden Zangen aus ſeiner Bruſt reißen, wenn Du willſt!“ Dabei ballte er die Fauſt und ſchlug betheuernd an ſeine eigene, freie, ſon⸗ nenverbrannte Bruſt, die einige noch friſche Narben zeigte. Guitteria ſprang ihm liebend an den Hals und küßte ihn für das jammervolle Geſchenk, als habe er ihr die ſchönſten goldenen Armſpangen und den feinſten Baſthut aus Pam⸗ pelona mitgebracht. Doch miſchte ſich in ihre Freude ein edler Ausdruck des Schmerzes und des Zorns; der Haß entſtellte ſie nicht, denn in jener Zeit war der ſtärkſte Haß gegen den Feind eins mit der glühendſten Liebe zum Va⸗ terlande und die echte Spanierin war eben ſo ſtolz auf ihre Erbitterung gegen die Söhne Frankreichs, als ſorgſam in der Bewahrung ihrer weiblichen Ehre. Der Prieſter ſelbſt, der geweihte Mann des Friedens, entflammte in glü⸗ hender, gotteingegebener Rede den Zorn gegen die Verächter
und Zerſtörer der kirchlichen Heiligthümer! Wie die Ver⸗


