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hen, theils ſich ſelber untereinander zuriefen, um ihren In⸗ grimm noch mehr zu reizen. 4
„Seht Ihr die Feuer dort? Ihr franzöſiſchen Blutſau⸗ ger; bald ſollen ſie Euch wärmen, daß Euch die Haut zu⸗ ſammenrunzelt und Ihr aufheult wie angeſchoſſene Wölfe! Jacquino, den magern Habichtshals wollen wir für uns nehmen! Der Kerl ſieht aus wie ein lebendiges Geripp, ich will ihm aber doch noch Fett ausröſten! Nur Holz ins Feuer, daß wir nicht Mangel an Kohlen haben und ſie langſam braten können! Ihr ſchneidet jetzt Geſichter, weil Ihr das Barfußgehn nicht gewohnt ſeid und Euch nun die ſcharfen Steine in die Fußſohlen ritzen! Wartet nur, wenn ich Euch meinen Namen mit dieſem Meſſer in die Sohlen ſchneiden werde! Gil iſt ein kurzer Name, aber er ſoll Euch vorkommen, als ſtecke neunmal das ganze Alphabet darin! Pedro, ſieh Dir den Hauptmann an! So ſah Der aus, der Deine Braut entehrt hat! Die arme Zerlinetta! Weißt Du noch, wie ſie bleich mit zerriſſenem Haar vor dem Muttergottesbilde kniete und ſich die Brüſte ſchlug? Aber die Heilige hat ihr Gebet erhört! Die Rache iſt da!“
„Sprich nicht länger davon, Joſe, mein Blut kocht. Ich ſtürze ſonſt wie ein Tiger über dieſen Franceſado her und zerfleiſche ihm das Herz mit den Zähnen! Aber er ſoll langſam büßen, daß die Sonne ſieben Mal über ſeinem Angſtgeheul untergeht!“
Und nicht die Männer allein freuten ſich dieſer fanati⸗ ſchen Grauſamkeit, die ein langer, alle Rechte der Men⸗ ſchen verhöhnender Druck, ein Verachten und Mishandeln des Heiligſten, was ein Volk kennt, erzeugt hatte; auch die Frauen waren und meiſtens noch in einem viel höheren Grade davon erfüllt. Matronen, junge Mädchen, zarte Kinder umſchwärmten den Zug und ihre ſprühenden ſchwar⸗
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