Verwundete am Leben blieben, die als Gefangene in die Hände des an Zahl weit überlegenen Feindes fielen. Allein wie zuvor im Gefecht, ſo gab Capitain St. Val auch noch jetzt ſeinen Leuten das Beiſpiel der Faſſung und Uner⸗ ſchrockenheit und ſie blickten auf ihn als auf ihren letzten Troſt, ihre letzte Zuverſicht. Das Vertrauen zu dem Füh⸗ rer war ſo groß, daß ſie ſich noch nicht ganz verloren glaub⸗ ten, ſo lange er für ſie ſprechen und handeln konnte. „Laßt jetzt den Scherz,“ verwies St. Val ſanft, aber ernſt Denjenigen, die ihre Verzweiflung in dieſe Form hüllen wollten;„Keinem iſt Gefangenſchaft und Martertod eine Ehre oder ein Glück; der Beſchränkteſte ſieht das ein und glaubt daher Eurer Rede nicht, ſondern durchſchaut es, daß ſie nur Euer Verzagen mit trügeriſchem Schein bedecken ſoll. Ihr aber,“ hatte er ſich zu Denen gewandt, die ihre Verzweiflung zur Schau trugen,„Ihr, die Ihr den Muth verlieren wollt, bedenkt, daß ſich zu dem Haß Eurer Feinde auch Verachtung fügen wird. Der echte Mann, der wahr⸗ haft Tapfere trägt ein unglückliches Schickſal mit Ernſt, gibt ſich aber bis zum letzten Augenblick nicht ganz verlo⸗ ren, ſondern ſpäht umher, wo ſich noch ein Weg zur Ret⸗ tung aufthut. Und gibt es keinen, ſo ſteht Euch doch der der Ehre offen, männlich zu dulden und zu ſterben.“
Die Gefangenen bedurften dieſes Zuſpruchs, der ihnen freilich nicht in hochtönender, zuſammenhängender Rede, ſondern in leiſeren Worten ihrer Mutterſprache wurde, wenn gerade der höhnende Jubel ihrer Begleiter ſich wilder aus⸗
ließ und ſich mit den ſchrecklichſten Drohungen, ja ſelbſt
Mishandlungen miſchte. Zum Glück verſtanden die Be⸗ jammernswerthen meiſtens nicht, was ihre erbitterten Feinde in der Mundart des Landes theils ihnen, um ſie zu ſchmä⸗


