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liche Geſicht zerriſſen; ihre Bruſt war durch die Gewalt des Uebels geſchwächt, daß ſie nur mühſam ging und Athem holte. Jacques dagegen zeigte faſt keine Spur von der Krankheit auf ſeinem Geſicht. So ungleich war das Schick⸗ ſal in ſeinem Urtheil! Die arme Louiſon hätte es vielleicht nie erfahren, wie häßlich ſie geworden war, denn zu jener Zeit waren die Spiegel ein noch unbekannter Luxus, zumal
in einer Pachterwohnung. Allein Jacques fand eine Freude
daran, es ihr täglich vorzuſagen, ſie immer wieder daran zu erinnern. Endlich ſchenkte er ihr ſogar einen Spiegel von Stahl, den er in der Stadt aufgetrieben hatte; dies war das einzige Geſchenk, welches er ſeiner Schweſter je⸗ mals gemacht hatte. Louiſon blickte hinein und trat er⸗ blaſſend und vor ſich ſelbſt erſchreckend einen Schritt zu⸗ rück; dann floſſen ihre Thränen leiſe, ſie ſeufzte auf, ſprach aber kein Wort. Jacques lachte höhniſch und fragte: „Nicht wahr, Du ſiehſt gut aus? Es iſt ein ſchönes Ding um einen Spiegel!“
Von jener Zeit an war Natinel ſehr traurig. Zwar dachte er wol noch zuweilen an ſeine Luftſchlöſſer und wenn er ſein eigenes Herz fragte, ſo konnte das Unglück, wel⸗ ches ſeine Louiſon betroffen hatte, Jacques' Liebe zu ihr nur vergrößern. Wenn er aber auf der andern Seite ſahe, wie ſein ſonſt ſo hübſches Kind oft einen unwillkürlichen Schrek⸗ ken bei Denen erregte, die ſie unvermuthet erblickten; wenn er ſahe, wie wenig Mitleiden Jacques mit ihr zu haben ſchien: dann ſtiegen doch düſtere Beſorgniſſe in ihm auf, daß die Zukunft ſeiner Louiſon eine unglückliche werden könne. Heirathen, dachte er, wird er ſie wol, wenn er dadurch der Erbe meines hübſchen Gütchens wird, allein ob er ſie liebhaben, ob er ſie ſanft und freundlich ſein Lebelang behandeln wird, wer will mir dafür ſtehen?
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