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vermuthet überfallen werden. Gehſt Du die Bedingung ein?“— Ratinel zögerte. Es ging an ſein Leben! Rings umher lagerten Engländer und wohnten engliſch Ge⸗ ſinnte. Kam es heraus, daß er den Feind warnte, ſo hing man ihn auf. Indeſſen er betrachtete Jacques, der von ſchwarzen Blattern bedeckt, entſtellt, ächzend und wim⸗ mernd vor ihm lag. Die Gytana ſchwur, ihm nicht einen Tropfen Waſſer zu reichen, als unter der geſtellten Bedin⸗ gung— ſo gab er nach und gelobte mit einem feierlichen Eide auf's Crucifix, was die Alte von ihm verlangt hatte. Sie reichte jetzt beiden Kranken den bereiteten Trank und ging. Schon am andern Tage, als ſie wieder kam, befanden ſie ſich viel beſſer. Die Gytana betrachtete Louiſon ſtets freundlich und wiederholte ihr:„Arme Chipi!“ Jacques gewährte ſie aber ihre Hülfe nur mit Widerwillen, trotz Dem, was ihr Ratinel verſprochen hatte, und oftmals murmelte ſie ein bas⸗ kiſches Sprichwort vor ſich hin, welches lautete:
„Erroya has eçac 3
Beguiac dedezac!“
Ratinel hörte es ſo oft, daß er es endlich auswendig be⸗ hielt. Er ſprach es abſichtlich in Gegenwart der Gytana laut aus. Sie ſah ihn mit einem furchtbaren Blick an und ſprach:„Ich wollte, Du verſtändeſt es! Aber auch, wenn ich's Dir deutlich mache, wirſt Du's nicht verſtehen. Es heißt:„Fütt're einen Raben, ſo hackt er Dir die Au⸗ gen aus!“— Damit verließ ſie die Huͤtte und kehrte nicht mehr wieder, denn die Kranken waren nun ſo weit gene⸗ ſen, daß ſie ihrer Hülfe nicht mehr bedurften. Allein welche Trauer überfiel den armen Ratinel, als er ſah, daß ſeine liebe, ſanfte, huͤbſche Louiſon völlig unkenntlich gewor⸗ den war! Die Augenlider blieben roth, die Wimpern waren ausgefallen. Tiefe Furchen hatten ihr das freund⸗


