Teil eines Werkes 
17. Band = Neue Folge, 5. Band, Erzählungen : 3. Theil (1847)
Entstehung
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Kraft ihre Worte hatten; ein Blick reichte hin, das Blut zu ſtillen, und wenn ſie die ſchwerſte Wunde nur mit ihren Händen drückte und ſtrich, ſo heilte ſie in wenigen Tagen zu, ſo daß keine Spur mehr davon zu ſehen war.

Zu ihr begab ſich Ratinel mit klopfendem Herzen, denn er fürchtete die Zaubermutter ein wenig und glaubte faſt ſeinen chriſtlichen Pflichten Eintrag zu thun, wenn er ihre Hülfe nachſuchte, die vielleicht ſelbſt vom Teufel Beiſtand empfing. Er fand ſie in einer Höhle am Ufer der Loire, wo ſie unter allerlei ſeltſamen Zeichen und Geberden in einem Keſſel, der auf Kohlen ſtand, einen Trank bereitete. Natinel wollte eintreten. Doch ſie erhob die Hand drohend gegen ihn und wies ihn zurück; er wollte gehen, allein ſie winkte ihm zu bleiben. Er wollte ſprechen, ſie hieß ihn ſchweigen. So ſtand er unentſchloſſen und wußte nicht, was er thun ſollte. Die Gytana aber kümmerte ſich nicht darum, ſon⸗ dern ſetzte ihre Beſchäftigung fort. Nach etwa einer hal⸗ ben Stunde ſtand ſie vom Feuer auf, trat vor die Höhle und ſprach:Was willſt Du, Ratinel? Er erſtaunte, daß ſie ihn kenne; doch trug er ihr ſein Anliegen vor. Dazu habe ich eben den Trank gekocht, ſprach ſie im gleichgültigſten Tone und Ratinel trat vor Staunen einen Schritt zurück. Sie aber fuhr fort:Ich weiß nicht, ob ich Deinen Kindern helfen kann; aber ich weiß noch weniger, ob Du es willſt, denn ich fordere bisweilen ſeltſamen und hohen Lohn.Ich gebe Dir was ich vermag, ant⸗ wortete Ratinel und zog ſeine mit Silberſtücken wohlge⸗ füllte Börſe hervor. Doch die Alte lachte und ſprach: Dein Geld behalte, ich kann's nicht brauchen; das mache ich mir ſelbſt, ſo viel ich davon haben will. Laß uns zu⸗ ſammen gehen; erſt wenn ich Deine Kinder ſehe, ſage ich Dir, was ich verlange. Ratinel war erfreut, ſie ſo

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