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Pächterei, denn in jenen Zeiten der Rohheit und Unſicher⸗ heit war ein Arzt gar eine ſeltene Sache. Und was ver⸗ mochte auch die Wiſſenſchaft der damaligen Aerzte gegen die Macht einer ſolchen Krankheit? Ratinel zog Alles zu Rathe, was ſich nur in der Nachbarſchaft auf die Heil⸗ kunde verſtand, mit der zu jener Zeit die Aſtrologie faſt immer verbunden war. Allein Alle gaben ſie Mittel, die nichts fruchteten, die einander widerſprachen, oder beantwor⸗ teten die ihnen vorgelegten Fragen auf ſo dunkle Weiſe, daß der Sinn der Antwort durchaus nicht zu enträthſeln war. Nur in einem Punkt waren ſie Alle derſelben Meinung, indem ſie nämlich, falls ihre eigenen Mittel die Krankheit nicht bezwingen ſollten, ſämmtlich eine und dieſelbe Frau bezeichneten, die ihnen an Erfahrung und Kunſt weit über⸗ legen ſei. Dies war eine Alte, welche man die Gytana, das heißt die Aegypterin oder Zigeunerin, nannte. Allgemein im Volk galt ſie für eine Frau, die mit den tiefſten Ge⸗ heimniſſen der Natur vertraut ſei; von der Unfehlbarkeit ihrer Prophezeiungen wußte man viel zu rühmen. Sie hatte eine olivenbraune Geſichtsfarbe, dunkel flammende Au⸗ gen, langes, ſchwarzes Haar. Wenn ſie ihre Künſte be⸗ gonn, ihre Sprüche ertheilte, gerieth ſie in eine von Art pro⸗ phetiſcher Begeiſterung. Es erhöhte ihren Ruf, daß Nie⸗ mand ihre Herkunft, ihren Namen kannte. Man wußte nur ſo viel, daß ſie lange Zeit in den Pyrenäen umherge⸗ ſtreift und dann mit dem Heer des Connetable nach dem Innern Frankreichs gezogen war. In der letzten Zeit hatte ſie ſich dem Glücksſtern des berühmten Ritters La Hire zu⸗ geſellt, der im Namen des Dauphins Gouverneur von La Ferté Milon war, und heilte in ſeinem Lager die Krieger,
welche Wunden vor dem Feinde erhalten hatten. Man—
wußte merkwürdige Geſchichten davon zu erzählen, welche
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