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Jacques immer eifriger und geſchickter wurde, fing dieſer Gedanke an, ſeinem Stolz zu ſchmeicheln; er baute Luft⸗ ſchlöſſer darauf.„Ich merke doch,“ dachte er für ſich,
wann er bei der Arbeit auf dem Felde war,„eine gute
Handlung bleibt nicht unbelohnt, die Wohlthat wird mir Segen bringen! Jetzt fängt meine Mühe und Sorge um Jacques an, ihre Früchte zu tragen. Er wird ein großer Gelehrter werden! Noch etliche Jahre und er kann meine Louiſon heirathen und ſie braucht nicht die Frau eines ein⸗ fachen Landmanns zu werden. Sie ſind faſt gleichen Al⸗ ters. Zuſammen erzogen, werden ſie einander lieben. Und wer ſollte denn meine Louiſon nicht lieben? Sie, die ſo hübſch iſt, deren große ſchwarze Augen von ſo langen Wimpern beſchattet werden, ſie mit ihren friſchen Lippen und Wangen, ihren weißen weichen Armen! O gewiß werden ſie ſich lieben! Und ich, nun ich bin ein Mann, der etwas erſpart hat! Und ich werde noch mehr ſparen, Alles für ſie, für meine Kinder! Wenn ſie mir dann der⸗ einſt die Augen ſchließen, werde ich ihnen Vermögen und Glück zum Erbtheil laſſen und ſie werden mein Andenken ſegnen!“ Solche Träume machten Natinel's Glück aus, wenn man bitter getäuſchte Hoffnungen Glück nennen kann!
Es verging faſt ein Jahr. Da brach zu Chateau Thierry die giftige Seuche der Blattern aus und richtete große Verheerungen an. Vielleicht waͤre Ratinel in ſeiner einſam gelegenen Wohnung von dem Uebel nicht heimgeſucht worden, wenn Jacques nicht täglich in die Stadt gegangen wäre. Allein um ſeine Lehrzeit bald zu beendigen, ging er nach wie vor zu ſeinem Lehrer nach Chateau Thierry. Es dauerte auch nicht lange, ſo erkrankte er und theilte der Tochter ſeines Wohlthäters das gefährliche Gift mit. Dies veranlaßte große Unruhen und Wehklagen in der ſtillen Rellſtab, Geſ. Schr. Neue F. V.


