Teil eines Werkes 
17. Band = Neue Folge, 5. Band, Erzählungen : 3. Theil (1847)
Entstehung
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mir erleben. In kurzer Zeit will ich der beſte Schreiber in der ganzen Gegend ſein und Niemand ſoll ein Häligen⸗ buch beſſer ausmalen können als ich. Jacques hatte gicht Unrecht; zu dergleichen Arbeiten beſaß er Geſchick genug

und hatte es ſchon zu Zeiten gezeigt, wenn einer der wür⸗ digen Väter aus Valſecret auf den Pachthof kam, oder gar der Vater ihn mit einer Beſtellung auf das Kloſter

geſendet hatte. Natinel dachte: Haſt Du ſo viel an ihm gethan, ſo willſt Du auch das noch thun und es wird ſich gewiß endlich belohnen. Zwar Geld genug wird es koſten, allein ich darf ihn doch auch nicht auf der Landſtraße auf⸗ gerafft haben, ohne ihn in den Stand zu ſetzen, dereinſt ſein Brot ſelbſt zu verdienen. Am andern Morgen gingen ſie daher zuſammen nach der Stadt, wo ſie den beſten Leh⸗ rer im Schreiben aufſuchten, der es übernehmen wollte, Jacques in der Kunſt zu unterrichten, Meß⸗ und Heiligen⸗ bücher abzuſchreiben, Vignetten dazu zu zeichnen und ſie mit dem ſchönen Blau, Noth und Gold auszumalen, wel⸗ ches für ewige Zeiten Glanz und Farbe behält. Sie fan⸗ den einen Meiſter auf, der vortreffliche Bücher abgeſchrie⸗ ben hatte; allein der Preis, welchen er für ſeinen Unter⸗ richt forderte, war hoch. Dennoch entſchloß ſich Ratinel, das Geld daran zu wenden, und wurde mit dem Meiſter Handels eins. Jacques ging nun alle Morgen nach der Stadt, um zu lernen, und Abends kam er nach der Päch⸗ terei zurück, um daſelbſt zu ſchlafen. So kurze Zeit er im Ganzen hier zubrachte, ſo fand er doch noch immer Zeit genug, um boshafte Streiche in Menge auszuüben. In⸗ deſſen waren die Berichte ſeines Lehrers ſehr günſtig, er machte reißende Fortſchritte; ſo war denn Natinel weniger ſtreng gegen ihn und tröſtete ſich damit, daß er einen gelehrten Pflegeſohn haben werde. Nach und nach, da