Teil eines Werkes 
17. Band = Neue Folge, 5. Band, Erzählungen : 3. Theil (1847)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

309

Du haſt keine Eltern?Jetzt habe ich keine mehr, erwiderte der Knabe und weinte fort,und mich friert und hungert.Armer Schelm! erwiderte der Pach⸗ ter,nun, ſteh nur auf und folge mir, aber ſpute Dich. Ich habe keine Zeit, mich aufzuhalten; Du kannſt mir Dein Unglück unterwegs erzählen; Du magſt die Nacht in meinem Hauſe bleiben. Wie heißt Du denn?Ich heiße Jacques, erwiderte der Knabe, indem er neben dem Pferde herging,und bin der Sohn des Pachters Jacques zu la Fourbetterie. Geſtern ſind die Schurken, die Ar⸗ magnacs, durch den Monſieur Etienne de Vignolles auf un ſern Hof gekommen, haben Alles ausgeplündert und das Haus angezündet. Meinen armen Vater haben ſie gehan⸗ gen, meine Mutter iſt in den Flammen umgekommen. Ich weiß nun nicht, wo ich hin ſoll.Alſo war Dein Vater, erwiderte Ratinel, indem er die Stirn runzelte, einer von den verfluchten Bourguignons, welche die Frem⸗ den nach Frankreich gerufen und ihnen die gute Stadt Chateau⸗Thierry überliefert haben? Indeſſen wurde ihm dieſes raſche Wort gleich wieder leid und er ſetzte gutmü⸗ thig hinzu:Nun, Du kannſt nicht dafür, armer Schelm, wenn Deine Eltern auch ſehr ſchlecht gehandelt haben; Du biſt unglücklich, ich will mich Deiner annehmen. Ueberdies, ſetzte er bei ſich ſelbſt hinzu, indem er ſei⸗ nen Lieblingsgrundſatz ſtill wiederholte:Eine gute Hand⸗ lung bleibt nicht unbelohnt, die Wohlthat wird mir Segen bringen.

Aber Herr, ſchrie der Knabe, der ein wenig zurück⸗ geblieben war, außer Athem,wenn Ihr ſo ſchnell reitet, kann ich nicht mitkommen.Du haſt Recht, antwortete der Pachter,ſetze Dich auf die Kruppe meines Pferdes. Der Knabe ſchwang ſich auf, aber ſo raſch und keck, daß