Teil eines Werkes 
17. Band = Neue Folge, 5. Band, Erzählungen : 3. Theil (1847)
Entstehung
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ſchlugen über ihm zuſammen, um ihn, in ihm war nur das Eine, alles Andre war verſchwunden.

Helga wußte Alles, Rollo errieth Alles, er blickte auf ſie, auf ihr bleiches Antlitz, ihre Thränen, er ſah den zit⸗ ternden Vater neben ihr. Plößlich riß er ſich entſchloſſen los, ſein veredeltes Empfinden drängte ſich wie die elektri⸗ ſche Kraft der Wolke zum plötzlichen Blitz der That zu⸗ ſammen.„Ich gehe in See,“ rief er,„und allein, wenn Niemand mich begleiten will!“

Er wollte fortſtürzen, doch Helga's umſchlingende Arme hielten ihn feſt; ſie drückte ihr weinendes Antlitz gegen das ſeinige, bedeckte ſeinen Mund mit heißen Küſſen und rief zwiſchen Schluchzen und Beben, mit halb erſtickter Stimme: „Bruder, ewig mein Bruder! Mein ganzes Leben ſei Dein! Ich will Dich nie verlaſſen!“

John vermochte nichts zu ſprechen; er entblößte ſein Haupt, richtete das fromme Auge zum Allmächtigen, faltete die Hände betend und große Thränen rollten über ſeine Wangen.

Die Strandbewohner ſtanden ſchweigend im Kreiſe um die Gruppe; auch der Fremde heftete ſein ſtarres Auge auf Helga und den Jüngling, wagte aber kein Wort von ſei⸗ nem Auftrag zu ſagen, weil er wohl fühlte, er habe kein Anrecht an dieſer aufopfernden That. Auch Halland ſah ſeine Tochter, doch vom böſen Gewiſſen zurückgehalten, wagte er nicht einmal zu fragen, wo ſie die Nacht zuge⸗ bracht habe.

Endlich entwand ſich Rollo den Armen Helga's; indem er einen Blick nach ſeinem Hauſe hinaufwarf, rief er plötz⸗ lich:„Fort jetzt, geſchwind, haltet mich nicht auf, ſonſt iſt's zu ſpät!“ Mit dieſen Worten theilte er haſtig die Menge, denn er ſah ſeine Mutter kommen! Ihr Jammer,