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Auch in Helga's ſtille abgeſchiedene Zuflucht, wo ſie jetzt traulich an der Seite der Kranken ſaß, die durch ſie ganz ruhig und mild geworden war, denn Helga übte eine Art von Wundergewalt über ſie aus, auch dahin drang der Donner der Nothſchüſſe. Rollo kannte dieſe Signale und ſprang ſogleich auf, um bei der Hülfe thätig zu ſein. Doch Helga, deren Herz ihr mit richtiger Ahnung ſagte, dies könne das Schiff ſein, auf dem William erwartet wurde, „ſank bleich und bebend nieder. Sie faltete die Hände und auf ihren erblaßten Lippen ſchwebte ein ſtummes Gebet. Die Kranke war wild emporgeſchreckt; die Schüſſe hatten ihr plötzlich die ſanfte Ruhe wieder entriſſen, in die Hel⸗ ga'’s freundliches Weſen und Geſpräch ſie eingewiegt. Sie ſprang vom Lager auf, richtete ſich empor, ſah ſcheu und verſtört umher, legte die Hand auf Helga's Haupt und rief:„Bete, ſüßes Herz! Bete für die dort im Höllen⸗ ſchlund der ergrimmten See! O, wenn Alles Tod und Schrecken rings umher iſt und auf der Bruſt die Schuld wie ein Felſen laſtet, und Gottes Antlitz verborgen hinter ſchwarzen Donnerwolken und Stürmen, o die Todespein, der Schmerz, die Mutterangſt—
„Mutter, Mutter!“ unterbrach ſie Rollo mit heftigem Ausruf und ſchlang die Arme um ſie und weinte laut und ermattet ſank die irre Mutter an ihm zuſammen und er ließ ſie auf das Lager zurückgleiten. Dann ſtürzte er wild hinaus in die Stürme der Nacht.
Am Ufer fand er ſchon Hunderte von Menſchen ver⸗ ſammelt; ein dumpfes Murmeln lief durch die Reihen der Männer, die Frauen weinten, einige beteten. Das Schiff, welches die Hülfszeichen gegeben hatte, war nicht zu ſehen, nur an dem Schimmer einiger trüben Laternen, die durch Schaum und Nebel glänzten, erkannte man, daß es zwi⸗


