Teil eines Werkes 
17. Band = Neue Folge, 5. Band, Erzählungen : 3. Theil (1847)
Entstehung
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Ohne eine Antwort abzuwarten, rannte er in vollem Laufe dem Meeresbuſen zu am Quai entlang. Der Nobile riß ſich jetzt gleichfalls mit aller Anſtrengung ſeiner Kraft aus dem umklammernden Arme des Mädchens und ſchleuderte ſie rückwärts zu Boden, daß ſie über Ludovico, der noch halb betäubt war, hinſturzte. Eiligſt entfloh er hierauf und ehe ſich die beiden am Boden Liegenden aufraffen konnten, waren die Mörder verſchwunden.

Doch hörte man Waffengeklirr und Tritte; es war eine Streifabtheilung des Dogen, die auf den Lärmen und Hül⸗ feruf eiligſt herbeikam, um dem Unheile zu wehren. Der Befehlshaber derſelben fragte, was vorgehe. Ludovico hatte noch nicht Athem genug, um antworten zu können. Das junge Mädchen, noch von dem Schrecken zitternd, aber da⸗ durch nur um ſo reizender, nahm daher das Wort.Die⸗ ſer edle Herr iſt mein Retter, ſprach ſie,ich heiße Bi⸗ ondina und bin die Enkelin des alten Vater Bernardo, des Gondoliers, der hier in dem Häuschen wohnt. In der Mor⸗ gendämmerung kamen zwei Männer an das Fenſter der Hütte und wollten meinen Großvater herauspochen, um ſie nach Fuſino überzuſetzen. Allein er war ſchon geſtern Abend ſpät von einigen Leuten zu einer Fahrt gemiethet worden, von der er noch nicht heimgekehrt iſt. Ich wollte die frem⸗ den Männer nicht überſetzen; ſie baten aber ſehr und ſag⸗ ten, es ſei ihnen dringend und boten mir auch einen vollen Beutel an. Ich ſchlug ihn aus, verſprach aber, ihnen Ru⸗ der zu bringen und eine Gondol von der Kette loszuſchlie⸗ ßen. Allein in dem Augenblicke, wo ich aus der Thüre trat, packten ſie mich, warfen mich zu Boden, verbanden mir den Mund und wollten mich knebeln. Da ſandte die

heilige Jungfrau, zu der ich inbrünſtig betete, dieſen edlen 2*