Teil eines Werkes 
17. Band = Neue Folge, 5. Band, Erzählungen : 3. Theil (1847)
Entstehung
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Venedig zurückgekehrt iſt. Ich ging in dieſe Kapelle und betete zur heiligen Jungfrau um Schutz und Gnade. Sie hat mein Gebet erhört, denn ſie ſandte Euch zu ſo früher Stunde, wo noch Niemand wacht, hierher, und Ihr werdet einer armen Alten gewiß ein Almoſen nicht verſagen.

Ludovico gab ihr ein kleines Geldſtück.Nimm, alte Mutter; viel habe ich nicht, aber ich gebe Dir's gern.

Die Alte wollte ſeine Hand küſſen und ſprach tauſend Segenswünſche über ihn aus. Ludovico entzog ſich ihrem Danke und eilte ſeinem Ziele zu.

Noch nicht hundert Schritte war er gegangen, als er plötzlich einen lauten Angſtruf von weiblicher Stimme hörte. Er horchte auf. Wahrlich, er täuſchte ſich nicht. Eilends ſtürzte er der Gegend zu; das Rufen ſchien verſtummt, viel⸗ leicht war es nur erſtickt. Die Gaſſe ſchlug eine Ecke; als Ludo⸗ vico um dieſelbe herum war, ſah er auf einem freien Platze das Meer und die Hütte des Gondoliers vor ſich. Vor derſel⸗ ben rang ein Mädchen mit zwei Männern, die ſie ſchon auf den Boden geworfen hatten und binden zu wollen ſchie⸗ nen. Vollen Laufs, doch mit möglichſt leiſem Schritte ſtürzte Ludovico auf die Räuber zu, um ſie ſo unvermuthet wie möglich zu überraſchen. Doch war er bemerkt worden, denn plötzlich ſprang einer derſelben auf und rief:Signor, ans Schwert! Wir ſind überfallen! Nicht Furcht, ſondern Staunen feſſelte Ludovico's Schritte einen Augenblick, denn er ſah denſelben Mohren vor ſich, den er im Garten des Dogen getroffen, und ein Blick auf den Gefährten deſſelben belehrte ihn, daß dieſer Niemand anders ſei, als jener No⸗ bile, der im Gebüſche die Kleider gewechſelt hatte. Doch blieb hier keine Muße zum Verwundern, denn der verlarvte Nobile war blitzſchnell aufgeſprungen und drang auch zu⸗ gleich mit dem Schwerte auf Ludovico ein. Er war kein

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